Media-Saturn schwächelt

Dienstag, 26. Juli 2011
Der Handelskonzern muss einen Verlust von 44 Millionen Euro hinnehmen
Der Handelskonzern muss einen Verlust von 44 Millionen Euro hinnehmen

Die Online-Offensive von Media-Saturn scheint mehr als überfällig. Die Elektroniktochter des Handelskonzerns Metro schreibt im zweiten Quartal rote Zahlen. Die dürften auch eine Folge des verzögerten Internet-Geschäfts sein. Laut Metro weist Media-Saturn einen operativen Verlust (EBIT) vor Sonderfaktoren von 44 Millionen Euro aus. Im zweiten Quartal des Vorjahres erzielte Media-Saturn noch einen Gewinn von 41 Millionen Euro. Dazu dürfte aber auch die Fußballweltmeisterschaft beigetragen haben. Schon im Weihnachtsgeschaft schwächelte das Duo Media-Markt und Saturn. Nun soll der Web-Shop von Saturn im Oktober online gehen. Media Markt folgt im Frühjahr 2012. Metro-Chef Eckhard Cordes peilt online mittelfristig einen Umsatzanteil von 30 Prozent an. Kernproblem beim Weg ins Web war bislang unter anderem die Struktur der Filialunternehmen. Die selbstständigen Geschäftsführer der Märkte können noch lokale Preise festlegen. Das schafft Konfliktpotential mit einer national attraktiven Preisgestaltung, die Webanbietern Paroli bieten muss.

Metro-Chef Eckhard Cordes
Metro-Chef Eckhard Cordes
An der Preisfront herrscht inzwischen Klarheit. Media-Saturn soll nun mit einheitlichen Preisen für alle Vertriebskanäle starten. Online-Preise gelten damit auch für die stationären Märkte. Die Folge dürfte sein, dass es in den Märkten zu Preisreduzierungen kommt, um Online gegenüber Amazon preislich gleichzuziehen. Dafür sollen die Händler gleichzeitig an den Gewinnen aus dem Onlinegeschäft beteiligt werden. Um die niedrigeren Abgabepreise zu ermöglichen, will Media-Markt offenbar die Industrie zur Kasse bitten. ork
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