McKinsey-Trendbarometer: Handel und Konsumgüterhersteller leiden unter Kostendruck

Donnerstag, 17. Dezember 2009
Verbraucher ändern ihr Kaufverhalten
Verbraucher ändern ihr Kaufverhalten

In Zeiten knapper Budgets wird der Kunde zum Fuchs: Konsumenten nutzen Rabattaktionen und Zahlungsziele stärker aus als vor der Krise. Das ergibt eine Umfrage der Unternehmensberatung McKinsey & Company unter rund 100 Führungskräften aus Handel und Konsumgüterindustrie. Danach nennen die Manager als Indiz für das veränderte Kaufverhalten, dass Kunden weniger oder preisgünstigere Artikel einkaufen als vor der Krise. Zudem bevorzugen sie verstärkt Handelsmarken. Die Befragten beklagen außerdem schwierigere Kreditverhandlungen und steigende Ausfallrisiken bei Lieferanten.

"Die Branche bekommt die Zurückhaltung der Konsumenten an vielen Stellen zu spüren", sagt Peter Breuer, Leiter des deutschen Konsumgüter- und Handelssektors bei McKinsey. "Ein Einbruch auf dem Arbeitsmarkt könnte die Kauflaune noch stärker negativ beeinflussen." Allerdings, so die Macher der Studie, reagieren die Manager nicht mit Kostensparprogrammen auf die Krise, sondern planen nachhaltige umsatzorientierte Maßnahmen. Dazu zählen die Optimierung des Produktportfolios und Category Management sowie die Verbesserung des Kundenverständnisses.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine Umfrage von BBDO Consulting, nach der mehr als die Hälfte der Marketer im Handel und 33 Prozent der Entscheider in der Konsumgüterindustrie mit sinkenden Umsätzen rechnet. Der "European Pricing Study" von Simon, Kucher & Partners zufolge befinden sich 56 Prozent der Handelsunternehmen und 44 Prozent der Konsumgüterhersteller nach eigenen Angaben derzeit in einem Preiskrieg. np
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