Maybe not: Philip Morris beerdigt kritisierte Kampagne

Montag, 30. Juli 2012
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"Don't be a maybe. Be Marlboro" - Die Marlboro-Kampagne, mit der Philip Morris den Wunsch nach Freiheit und Abenteuer in einer neuen Verpackung deklamierte, ist vorerst beendet. Der Tabakkonzern hat die Werbung gestoppt, weil die meisten Bundesländer, aber auch das Bundesverbraucherschutzministerium (BMELV) darin einen Verstoß gegen das Vorläufige Tabakgesetz sehen. Wie  berichtet, hatten sich die Universität Hamburg und das Deutsche Krebsforschungszentrum gegen die die von Leo Burnett in Frankfurt kreierte Kampagne gewandt. Die meisten Bundesländer sind daraufhin zu dem Schluss gekommen, dass "Maybe" nicht mit § 22 des Vorläufigen Tabakgesetzes vereinbar ist.

In Absatz 2 Nr. 1 ist geregelt, dass unter anderem Werbung für Tabakerzeugnisse verboten ist, die dazu dient, "Jugendliche oder Heranwachsende zum Rauchen" zu verführen. Genau dies hatten die Uni Hamburg und das Krebsforschungszentrum kritisiert. Auf einem Plakat war etwa ein junger Mann mit Gitarre zu sehen. Daneben stand der Spruch "Maybe never wrote a song",  darunter das Wort "Be" mit einem roten Pfeil, der auf eine Marlboro-Schachtel zeigte.

Wie das BMELV auf HORIZONT-Nachfrage mitteilt, hat das zuständige Landratsamt München Philip Morris mit Sitz in Gräfelfing über die Bedenken der Länder informiert. Daraufhin habe der Tabakhersteller signalisiert, freiwillig und sofort auf Außenplakate in Deutschland zu verzichten. Den Entgültigkeits-Status möchte der Konzern dem Verzicht jedoch noch nicht verpassen: "Wir sind zwar der Überzeugung, dass die Marlboro-Plakatkampagne den einschlägigen Gesetzen entspricht", sagt Sprecherin Elfriede Buben, "wir haben uns jedoch entschlossen, die Marlboro-Maybe-Außenwerbeplakate auszusetzen, während wir diese Beschwerden untersuchen und unsere Gespräche mit den Behörden fortsetzen." fo
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