Max Bahr hilft Praktiker in der Krise

Donnerstag, 26. Juli 2012
Praktiker-Konzern legt Quartalszahlen vor
Praktiker-Konzern legt Quartalszahlen vor

Die kriselnde Praktiker-Gruppe hat ihre Verluste im ersten Halbjahr 2012 halbiert. Zwar ging der Konzernumsatz um 4,5 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro zurück, teilte das Unternehmen heute mit. Aber vor allem aufgrund wegfallender Sondereffekte (dazu zählen unter anderem Wertberichtigungen) fiel das Ergebnis vor Steuern und Abschreibungen (EBITA) mit minus 70,7 Millionen Euro deutlich besser aus als im gleichen Vorjahreszeitraum, als 143,5 Millionen Euro Verlust gemacht wurden. Zu dem kleinen Erfolg haben die beiden Marken Praktiker und Max Bahr sehr unterschiedlich beigetragen. Während Praktiker auf ein Minus von 50,5 Millionen Euro in der ersten Jahreshälfte (Vorjahr minus 97,1 Millionen Euro) kommt, wartet die Hamburger Tochtergesellschaft Max Bahr mit einem Gewinn von 16,7 Millionen Euro auf, fast doppelt so viel wie im ersten Halbjahr 2011. Bei der abschließenden Bewertung der Zahlen verweist der Konzern auf das schlechte Wetter im April, das die Kundschaft ausbleiben ließ, und die schwächelnde Wirtschaft auf den Auslandsmärkten. "Die Entwicklung im zweiten Quartal entspricht nach allen bisher vorliegenden Indikatoren dem allgemeinen Branchentrend in Deutschland", resümiert der Vorstandsvorsitzende der Praktiker AG, Kay Hafner.

Insgesamt fühlt sich Praktiker in seiner Markenpolitik bestätigt. Das Unternehmen setzt verstärkt auf Max Bahr und flaggt 125 der rund 230 deutschen Praktiker-Baumärkte um. Hafner: "Indem wir Max Bahr zur Hauptvertriebslinie in Deutschland machen und Praktiker mit einem auf Einfachheit fokussierten Konzept neu positionieren, schaffen wir die Voraussetzung dafür, dass der Konzern ab dem Jahr 2014 wieder Gewinne erwirtschaftet."

Derzeit arbeitet Praktiker daran, das Anfang Juli beschlossene Finanzierungskonzept, das einen Kredit des US-Investors Anchorage in Höhe von 85 Millionen Euro vorsieht, umzusetzen. Das gestern von Goldsmith Capital Partners per Pressemitteilung verbreitete Alternativangebot liegt dem Praktikervorstand noch nicht vor. fo
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