Markenverband-Studie: Preisdenken der Verbraucher nimmt ab

Mittwoch, 06. September 2006

Im Kampf der Markenartikelindustrie gegen das Preisdenken der Verbraucher und den damit verbundenen Vormarsch der Discounter ist eine Trendwende in Sicht: Erstmals seit 1995 nimmt die Preisfixierung der Verbraucher ab. Zugleich wächst der Anteil jener, für die Qualität das entscheidende Kriterium ist. 2003 waren 41 Prozent der Verbraucher bereit, für bessere Leistung auch mehr zu bezahlen, 2005 sind es immerhin 44 Prozent. Das zeigt die aktuelle Studie des Markenverbandes und der Unternehmensberatung McKinsey & Company, die die volkswirtschaftliche Bedeutung der Marke untersucht. Den Ergebnissen liegen statistische Daten und eine Umfrage unter den rund 400 Mitgliedern des Verbandes zugrunde.

Beim Umsatz hat die Markenartikelindustrie zwar weiter zugelegt, zuletzt allerdings weniger als das übrige verarbeitende Gewerbe. Die Umsätze stiegen seit 1998 jährlich um durchschnittlich 3,6 Prozent auf 361 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Auch die Exportquote, die aktuell bei 45 Prozent liegt, zog im selben Zeitraum an. Der Anteil der Markenartikelindustrie an den gesamten Exporten ist zwischen 2003 und 2005 allerdings von 22 auf 20 Prozent zurückgegangen.

Seit 2003 entwickelt sich das Inlandsgeschäft wieder positiv: Die Bruttowertschöpfung in der Markenartikelindustrie legte in diesem Zeitraum jährlich 2,5 Prozent auf 150 Milliarden Euro zu. Damit konnte die Branche ihren Anteil am Bruttoinlandsprodukt bei knapp über 7 Prozent stabilisieren. Da das Wachstum im sonstigen verarbeitenden Gewerbe allerdings stärker ausfiel, sank der Anteil der Markenartikelindustrie an diesem Wirtschaftssegment von 33 auf 31 Prozent.

Über alle wichtigen Indikatoren hinweg wachsen die Markenartikler langsamer als die Gesamtwirtschaft beziehungsweise das übrige verarbeitende Gewerbe. "Trotz des positiven Trends steht die Markenartikelbranche weiterhin vor großen Herausforderungen. Denn auch die Discounter haben ihre Geschäftsmodelle den veränderten Kundenerwartungen angepasst", so Thomas C. A. Tochtermann, Director im Hamburger Büro von McKinsey & Company. mh

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 36/06, die am Donnerstag, 7. September erscheint.

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