Markenverband: Kaum Anlaß zur Freude für Markenartikelindustrie

Dienstag, 22. Juni 1999

Der Umsatz aus Markenwaren aus deutscher Produktion steigerte sich im vergangenen Jahr um 5,2 Prozent auf 550 Milliarden Mark. Dabei steigen die Umsätze im Inland lediglich um 1,6 Prozent auf 342 Milliarden Mark, der Exportanteil um 11,8 Prozent auf 208 Milliarden Mark. Außerdem wurde der Löwenanteil der Zuwachsraten von der Automobilindustrie erwirtschaftet - die restliche Markenartikelindustrie mußte ein Umsatzminus von fast einem Prozent hinnehmen. Zahlen, die der Vorsitzende des Markenverbandes und Nestlé-Deutschland-Chef Hans G. Güldenberg, am Dienstag anläßlich der Jahrespressekonferenz präsentierte. Darüber hinaus stellte Güldenberg die jährlich durchgeführte Umfrage im Mitgliederkreis vor: 61 Prozent der Unternehmen gehen demnach von einer künftigen günstigen Umsatzentwicklung im Inland aus - 24 Prozent prognostizieren rückläufige Umsatzzahlen. Positive Entwicklungen beim Ertrag erhoffen 41 Prozent der Befragten. Genauso viele Unternehmen glauben jedoch nicht an steigende Ertragszahlen. Trotz dieser deutlich pessimistischen Umfrage-Ergebnisse sprach Güldenberg von "verhaltener Zuversicht" unter den Vertretern der Markenartikelindustrie. Gegen diese Einschätzung des Markenverbandsvorsitzenden sprechen auch die Informationen über den Wert der Marke. Nach dem in Zusammenarbeit mit AC Nielsen erarbeiteten Nachfragebarometer sind die Marken weiter auf dem absteigenden Ast: Der Index bei chemischen Verbrauchsgütern etwa sank von 105,2 Punkten 1997 auf 104,7 Punkte im vergangenen Jahr ab. Im Bereich der Nahrungsmittel ist der Index für die Herstellermarken weiter gefallen und liegt jetzt bei 95,7 Punkten (1992: 100 Punkte).
Meist gelesen
stats