Markenverband: Exportgeschäft treibt die Umsätze

Mittwoch, 28. Juni 2000

Um 6,2 Prozent auf nunmehr 584 Milliarden Mark sind die Industrieumsätze mit Markenwaren im vergangenen Jahr gestiegen. Dieses Wachstum geht vor allem auf das Konto der Exporte – diese legten um nominal 10,1 Prozent auf 229 Milliarden Mark zu. Das Inlandsgeschäft (355 Milliarden Mark) ist mit einem Plus von 3,8 Prozent nur unterdurchschnittlich gewachsen. Diese Zahlen gab der Markenverband am Mittwoch in Frankfurt bekannt. Große Unterschiede sind in den einzelnen Branchen auszumachen: Während etwa im IT- und Telekommunikationsbereich die Verkaufserlöse mit Markenartikeln um über 30 Prozent stiegen, verbuchte die klassische Markenartikelindustrie stagnierende Umsätze. Hans G. Güldenberg, der Vorsitzende des Markenverbandes und Vorstandschef von Nestlé Deutschland, deutet für die Ernährungsindustrie sogar "ein leichtes Minus" an. Für das laufende Jahr prognostiziert Güldenberg eine "langsame, aber kontinuierliche konjunkturelle Erholung": Zwei Drittel der Unternehmen rechnen in diesem Jahr mit steigenden Umsätzen, die Hälfte gar mit einer positiven Ertragsentwicklung. Andererseits rechneten viele Mitgliedsunternehmen des Markenverbandes mit zunehmenden Marktanteilen von Handelsmarken – ein Ergebnis, das vom gemeinsam mit A.C. Nielsen erhobenen Nachfragebarometer gestützt wird: So ist der Anteil von Handelsmarken 1999 auf 22,2 Prozent gestiegen (Vorjahr: 20,9 Prozent). Güldenberg forderte erneut die Umsetzung des Verbots von Warenverkäufen unter Einstandspreis: "Hier werden Markenwerte vernichtet." Harsche Kritik auch zum Thema Handelsrabatte: "Die aktuellen Sonderforderungen summieren sich mittlerweile auf über eine Milliarde Mark", so der Noch-Nestlé-Chef: "Das ist ein klarer Fall von Anzapfen." Zur Tätigkeit des OWM verwies Güldenberg auf die jetzt mit der Organisation Media-Agenturen im Gesamtverband Werbeagenturen (OMG) verabschiedete Umsetzung der Transparenzerklärung von 1997: In den nächsten Tagen werden Unternehmen und Agenturen informiert – und ab dann erhalten die Werbungtreibenden direkt von den Medien eine Durchschrift der Mediarechnung.
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