Marken erhalten größeren Schutz

Dienstag, 04. August 1998

Ein Urteil des europäischen Gerichtshofs sorgt unter den Produzenten von Markenartikeln für Zufriedenheit und unter den Handelsunternehmen für Aufruhr. Nach einer Grundsatzentscheidung dürfen Waren, die im europäischen Inland produziert wurden, danach ins außereuropäische Ausland exportiert wurden, ohne Absprache mit dem Hersteller nicht wieder im europäischen Inland vertreiben werden. "Wir begrüßen dieses Urteil auf nationaler wie auf internationaler Ebene", kommentiert Hans-Hermann Deters, Leiter Recht und Personal beim Sportartikelproduzenten Reebok, die Entscheidung der Richter. Damit könne europaweit "nicht autorisierten Händlern schnell ein Riegel vorgeschoben werden". Neben den Produzenten von Sportartikeln werden nach Ansicht von Rechtsexperten vor allem Dufthersteller und Jeans-Unternehmen von der neuen Regelung profitieren. So hofft etwa Matthias Born, PR- und Corporate Communication Manager, "künftig die Abmahnungen einfacher gestalten zu können". Das "Ausnutzen aller legalen Schlupfwinkel" wird nach dem Urteil jedoch bereits von Handelsketten wie Tesco, Großbritaniens größter Supermarktkette, angekündigt. Das Urteil im inzelnen sowie weitere Reaktionen vonMarkenartiklern und dem Handel in HORIZONT 32/98 am kommenden Donnerstag.
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