Maier Sports ruft Sonderkommando Umwelt ins Leben

Montag, 22. Oktober 2012
Maier-Sports-Geschäftsführer Sascha Kautschitsch im HORIZONT.NET-Interview
Maier-Sports-Geschäftsführer Sascha Kautschitsch im HORIZONT.NET-Interview

Puma produziert eine eigene Öko-Kollektion, das Modelabel C&A möchte bis 2020 seine gesamte Kollektion aus nachhaltig angebauter Baumwolle herstellen. Viele internationale Großunternehmen haben sich die Schlagworte Nachhaltigkeit und Corporate Social Responsibility (CSR) bereits auf ihre Marketing-Fahne geschrieben. Das mittelständische Unternehmen Maier Sports tut es ihnen jetzt gleich. Warum, erklärt Geschäftsführer Sascha Kautschitsch im Kurzinterview mit HORIZONT.NET. Kautschitsch möchte eine Task Force für Nachhaltigkeit und CSR aufstellen. Externe Spezialisten aus Chemie- und Sportindustrie sollen helfen, die Produktionsprozesse des auf Outdoor-Bekleidung spezialisierten Unternehmens umzustrukturieren. Drei Fragen, warum das notwendig ist.

Ist Nachhaltigkeit zum Trend und bei vielen Unternehmen zur neuen Marketingstrategie geworden? Es geht hier nicht um Greenwash. Es geht darum, die Existenz von Marken insgesamt und natürlich die unserer eigenen langfristig zu sichern. Wenn wir uns nicht mit den größeren Wettbewerbern mitentwickeln, werden unsere Produkte irgendwann durchs Raster fallen. Heute kauft niemand mehr einen Kühlschrank der Energieeffizienzklasse D. Die Task Force soll weniger Stoff für unser Marketing bieten, als die neuen Anforderungen des Marktes an unser Unternehmen erfüllen.

Warum braucht es für diese Aufgabe eine eigene Task Force? Wir haben schon in der Vergangenheit immer versucht nachhaltig zu produzieren. Wenn man sich den Markt heute hinsichtlich der Entwicklung in Richtung CSR anschaut, reicht das aber längst nicht mehr aus. Wir möchten, losgelöst vom Tagesgeschäft, Ideen entwickeln, die wir dann in das bestehende Business einbinden können. Die Task Force „Nachhaltigkeit & CSR" wird eines dieser Kompetenzzentren sein, in denen solche Ideen entwickelt werden.

Bedeutet die Fokussierung auf mehr Nachhaltigkeit für das Unternehmen einen Strategiewechsel? Ich würde eher von einem Strukturwechsel sprechen, der aus den Veränderungen des Marktes hervorgeht. Im Zuge der Roadmap für Energiepolitik 2020 haben vor allem große Mitbewerber Zusagen ins Blaue hinein gemacht. Zum Beispiel gibt es das Ziel, auf bestimmte chemische Stoffe in der Produktion zu verzichten. Bisher gibt es Ansätze für Lösungen, wie man diese Zusagen einhalten kann, aber die müssen ausdifferenziert und dann in die Prozesse der Produktionstechnik eingebunden werden. Interview: Carina Berg
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