Männer als Ware: Shopaman steht wegen diskriminierender Werbung am Pranger

Donnerstag, 06. Dezember 2012
ZAW-Sprecher Volker Nickel
ZAW-Sprecher Volker Nickel

Dieses "Warenangebot" ist wohl weltweit einzigartig: Bei Shopaman.de werden Männer zum Produkt. Die Damen der Schöpfung finden bei dem Datingportal potenzielle Partner fein säuberlich vorsoriert in unterschiedlichsten "Produktkategorien" vor. Mädels, die etwa im "Sortiment Rosenkavalier" oder bei den "Tagesangeboten" fündig werden, legen den Herren ihrer Wahl einfach wie einen Ring Fleischwurst in den Einkaufswagen - und schon kann´s losgehen. Dass diese Geschäftsidee und die Werbung dafür polarisiert, ist klar. Kein Wunder also, dass sich jetzt auch der Deutsche Werberat mit Shopaman beschäftigt.
Laut Volker Nickel ist die Kontrollinstanz der deutschen Werbeindustrie in dieser Angelegenheit bereits aktiv geworden. "Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Männer zu diskriminieren", sagt Nickel, der als Sprecher des Zentralverbands der Deutschen Werbewirtschaft (ZAW) auch dem Deutschen Werberat vorsteht.

Wie Lukas Brosseder, Geschäftsführer des Shopaman-Betreibers Affinitas, gegenüber HORIZONT.NET erläutert, richtet sich die Beschwerde insbesondere gegen die Online-Werbung und den TV-Spot, der seit Mitte November anlässlich der Umbenennung des Portals von Betterdate in Shopaman auf Sendern wie Pro Sieben, N24 und Kabel 1 geschaltet wird (siehe Spot oben). "Einfach anmelden, die schönsten Exemplare in den Einkaufswagen legen und verlieben", lautet einer der Sprüche, mit denen Shopaman in dem inhouse entwickelten 20-Sekünder um die weibliche Kernzielgruppe buhlt. Der Claim "Shopaman.de - Wo Frauen Männer shoppen" bringt die Message ebenfalls auf den Punkt.

Brossender hält den Vorwurf der Diskriminierung für völlig überzogen. "Mit unserem neuen Shoppingkonzept verfolgen wir das Ziel, den Spaß in die teilweise bierernste Dating-Welt zurückzubringen. Dass jemand den Humor und die Ironie  hinter dem Konzept und der Kampagne nicht versteht, hätten wir nicht für möglich gehalten", so Brossender, der als Geschäftsführer von Affinitas auch das Portal Edarling.de verantwortet.

Die Gefahr, dass der Werberat eine öffentliche Rüge gegen das rund 100.000 registrierte Nutzer zählende Datingportal ausspricht, ist allerdings so gut wie gebannt. "Man kann davon ausgehen, dass die Besucher des Portals die Botschaft richtig einordnen", sagt Nickel nach Prüfung der inzwischen eingegangenen Stellungnahme des Unternehmens. Eine Beanstandung sei daher nicht angebracht. mas
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