Luxusmarkt kratzt dank Mittelschicht an der Billionen-Grenze

Donnerstag, 06. Januar 2011
Ein gutes Jahr für Luxuslabels wie Louis Vuitton
Ein gutes Jahr für Luxuslabels wie Louis Vuitton

Es geht wieder bergauf im Luxusmarkt: Die Branche erzielte im vergangenen Jahr ein weltweites Wachstum von über 15 Prozent, das Marktvolumen nähert sich so knapp der Billionengrenze an. Zu diesen Ergebnissen kommt die Boston Consulting Group (BCG) in der Studie "The New World of Luxury – Caught between Growing Momentum and Lasting Change". Die meisten Berechnungen prognostizierten für 2010 einen Gesamtumsatz von 150 bis 180 Milliarden Euro, Bain & Company ging Ende Oktober noch von 168 Milliarden Euro aus. Diese Zahlen wurden nun deutlich übertroffen. Hierfür gibt es laut der Studie zwei Gründe: Zum einen spielen Brasilien, Russland, Indien und China eine immer wichtigere Rolle für die Branche. Die vier BRIC-Länder haben jetzt bereits einen Anteil von mehr als 35 Prozent an der weltweiten Nachfrage nach Luxusgütern, China wird bald der weltweit größte Luxusmarkt sein.

Zum anderen sind es in den sechs Hauptmärkten Europa, USA, Russland, Japan, China und Brasilien mittlerweile vor allem Angehörige der Mittelschicht, die Umsatz generieren: Im vergangenen Jahr erwarben sie Luxusgüter im Wert von 80 bis 90 Milliarden Euro – und liegen damit rund 10 Milliarden über den etablierten Luxuskäufern. "Luxushersteller müssen sich künftig auf beide Zielgruppen einstellen: Die Stammklientel und die jungen Luxusabnehmer. Das ist eine Herausforderung – bei der Produktgestaltung, aber auch für das Marketing und das Markenselbstverständnis", so Antonella Mei-Pochtler, Senior Partnerin bei der BCG.

Auch Einstellung und Kaufverhalten haben sich verändert, neben klassischen Luxusprodukten wie Uhren, Schmuck oder Kleidung spielt heute "erlebbarer Luxus" eine große Rolle: Weltweit werden rund 750 Milliarden Euro mit Produkten und Dienstleistungen umgesetzt, die dem Konsumenten eine einzigartige Erfahrung bieten, darunter Reisen oder Wellness-Anwendungen. "Heute wird weniger geprotzt und mehr Wert auf wahre Exklusivität gelegt", so Mei-Pochtler. sw
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