Lufthansa-Eurowings-Billigcarrier soll Germanwings heißen

Freitag, 09. August 2002

Die Pläne der Lufthansa mit ihrer 24,9-Prozent-Beteiligung Eurowings ins Niedrigpreissegment vorzustoßen nimmt immer konkretere Formen an. Nach Brancheninformationen steht nun auch der Name für die Airline fest: "Germanwings" soll ab Herbst den Flugbetrieb aufnehmen und voraussichtlich von Köln/Bonn aus zu Kampfpreisen zwischen 9 und 19 Euro europäische Metropolenflughäfen ansteuern. Die Markteinführung soll von einer Werbekampagne begleitet werden, für die im ersten Jahr ein Etat von rund 15 Millionen Euro allein für den Startmarkt Nordrhein-Westfalen bereit stehen sollen. Welche Agentur den Zuschlag soll in Kürze entschieden werden. Laut Brancheninsidern stehen derzeit der Münsteraner Eurowings-Etathalter Agenta, die Berliner Agentur Aimaq Rapp Stolle, Red Rabbit Leo Burnett in Hamburg und Start in München im Pitch um das Budget.

Lufthansa hält sich zum Thema Billigcarrier mit Kommentaren zurück und behauptet, keinen nennenswerten Einfluss auf die Pläne von Eurowings zu haben - und dass, obwohl die Airline ihren Anteil bis Ende 2003 auf 49 Prozent aufstocken kann. Von einer ähnlichen Option hat die Kranich-Airline bei der zweitgrößten britischen Fluggesellschaft British Midland (BMI) Gebrauch gemacht. Nach Informationen der "Financial Times Deutschland" hat das Kartellamt der Lufthansa erlaubt, den Anteil von zehn auf insgesamt 30 Prozent zu erhöhen. Auch BMI ist bereits seit Jahresbeginn mit der Tochter BMI Baby im Low-Cost-Geschäft tätig.

Wenn Germanwings abhebt, könnte das Angebot mittelfristig zu erheblichen Kannibalisierungen bei der Lufthansa führen. Denn im Gegensatz zu Konkurrenten wie Ryanair, soll Germanwings Metropolenflughäfen anfliegen und würde damit im europäischen Luftverkehr auf den von ihr bedienten Strecken in direkte Konkurrenz zur Kranich-Airline treten - zu weitaus günstigeren Preisen.
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