Lidl wirbt mit Schweinebauch und warmen Worten / HORIZONT Voting

Montag, 31. März 2008
Keine Anzeige ohne Schweinebauch: Neben das Entschuldigungsschreiben platziert Lidl Produktwerbung
Keine Anzeige ohne Schweinebauch: Neben das Entschuldigungsschreiben platziert Lidl Produktwerbung

Normalerweise beschränkt sich Lidl in seinen Anzeigen auf Billigangebote für Waschmittel, Getränke und Gemüse. Doch um die aktuelle Imagekrise zu entschärfen, stellt die Neckarsulmer Discounter-Kette am heutigen Montag ein Entschuldigungsschreiben neben ihre Schweinebauch-Motive. In verschiedenen Tageszeitungen, darunter "Süddeutsche Zeitung" und "Frankfurter Rundschau", wendet sich das Unternehmen mit dem Brief an Kunden und Mitarbeiter. "Der erweckte Eindruck, Lidl hätte seine Mitarbeiter systematisch bespitzelt, entspricht in keinem Fall dem gelebten fairen Umgang des Unternehmens mit seinen Mitarbeitern", kontert Lidl einen Bericht des "Stern" über die umfangreiche Überwachung von Mitarbeitern bei dem Discounter.

Das Unternehmen weitet seine Krisenkommunikation mit den Anzeigen stark aus: Zunächst hatte der Discounter mit einem ähnlichen Schreiben nur auf seiner Internetseite Stellung zu den aktuellen Vorwürfen genommen. Doch nun sieht sich das Unternehmen offenbar zum Handeln gzwungen: Die Bespitzelungsaffäre hat zu einem massiven Einbruch des Markenimages von Lidl geführt, wie aus dem Markenmonitor "Brandindex" des Marktforschungsinstituts Psychonomics hervorgeht.

Demnach fiel der Wert für das Gesamt-Image von Lidl seit Beginn des Skandals von plus 29 auf minus 4 Indexpunkte. Im Branchenvergleich der 16 größten Lebensmittel-Einzelhandelsmarken rutschte Lidl vom bisherigen 2. Platz hinter dem Imagemarktführer Aldi auf den mit Norma geteilten letzten Platz.
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