Lidl muss auf Werbung verzichten

Donnerstag, 22. April 2010
Der Discounter hat eine Unterlassungserklärung unterzeichnet
Der Discounter hat eine Unterlassungserklärung unterzeichnet

Lidl muss nach einer Klage von Verbraucherschützern und Menschenrechtlern auf Werbung für Kleidung aus angeblich weltweit fairer Produktion verzichten. Dazu hat sich das Neckarsulmer Unternehmen in einer Unterlassungserklärung verpflichtet. Für die Hamburger Verbraucherzentrale (VZHH) ist die Erklärung ein Erfolg. "Lidl muss die Werbung zurückziehen", sagt VZHH-Chef Günter Hörmann. Lidl hatte in der Vergangenheit immer wieder damit geworben, unter anderem Textilien nur von ausgewählten Lieferanten und Produzenten zu beziehen, die gewisse Sozialstandards einhalten. Diesem Werbeversprechen gingen zwei Menschenrechtsorganisationen - die Kampagne für Saubere Kleidung (CCC) und das European Center for Constitutional and Human Rights (ECCHR) - nach. Sie untersuchten die Arbeitsbedingungen in vier für Lidl tätigen Textilfabriken im südasiatischen Bangladesch.

Näherinnen berichteten darin von "unmenschlichen Arbeitsbedingungen". Beide Initiativen hatten die VZHH bei ihrer Klage gegen Lidl unterstützt. Gisela Burckhardt von der Kampagne für Saubere Kleidung sieht in der Unterlassungserklärung eine Warnung an alle Unternehmen, die sich mit falschen Federn schmücken. Der Fall Lidl beweise, wie riskant es für Unternehmen sei, "sich ein Sozialmäntelchen umzuhängen". mir
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