Lebensmittelwirtschaft lehnt Pranger-Portal ab

Donnerstag, 21. Oktober 2010
Ilse Aigner sorgt mit ihren Plänen erneut für Aufregung
Ilse Aigner sorgt mit ihren Plänen erneut für Aufregung

Die Pläne von Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner eine Online-Plattform aufzubauen, auf der sich Verbraucher über falsche Bezeichnungen auf Verpackungen von Lebensmitteln beschweren können, stoßen in der Industrie auf Widerstand. Der Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittelkunde (BLL) in Berlin begrüßt zwar das Angebot einer umfassenden Information und Aufklärung des Verbrauchers. Allerdings geht ihm die Beschwerdemöglichkeit der Konsumenten zu weit. "Die Ernährungsbranche ist zur Diskussion bereit. Sie kann es aber nicht akzeptieren, dass ihre Marken und ihr Ansehen öffentlich vorgeführt und im Zuge der unbeherrschbaren Dynamik des Internets beschädigt werden", erklärt BLL-Hauptgeschäftsführer Matthias Horst. Schon bei einer "gefühlten Irreführung" könnte nach seiner Meinung ein legales Produkt sehr leicht in Verruf geraten. Der BLL sieht in dem Online-Portal ein Verstoß gegen rechtsstaatliche Grundätze. So seien bei einem Gesetzesverstoß die Lebensmittelüberwachung der Länder und unabhängige Gerichte zuständig.

Der BLL ist der Spitzenverband der deutschen Lebensmittelwirtschaft. Ihm gehören rund 500 Verbände und Unternehmen der Foodbranche an. mir
Meist gelesen
stats