Laute Werbung verärgert Zuschauer

Freitag, 07. April 2000

TV-Spots sind bis zu 140 Prozent lauter als das übrige Programm. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des TÜV Bayern im Auftrag der Pogrammzeitschrift "Hörzu". Der Grund ist laut "Hörzu" ein technischer Trick der Werbeagenturen: Um ihre Spots möglichst dynamisch erscheinen zu lassen, komprimieren sie die Differenz zwischen leisen und lauten Tönen sehr stark. Bei der Ausstrahlung im Fernsehen wird der so zusammengestauchte Ton zwar nur bis zur gerade noch zulässigen Höchstgrenze angesteuert, wirkt aber durch die Kompression wesentlich lauter als das Programmumfeld. Immer wieder beschweren sich darüber Zuschauer bei den Sendern oder den TV-Zeitschriften. Einige Stationen beugen diesem Effekt bereits vor, indem sie ebenfalls ihr Programm akustisch bearbeiten lassen (Sat 1) oder ihren Ausstrahlungspegel bei den Spots herunterfahren (RTL). Die Negativ-Spitzenwerte erreichte dabei der Sender Pro Sieben, der seine Werbeinseln teilweise bis zu 140 Prozent über dem üblichen Lautstärke-Level sendete. Auch bei Kabel 1 (bis zu 60 Prozent plus) und ZDF (20 Prozent plus) überstiegen die Werte deutlich das Niveau der redaktionellen Beiträge. Beim Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) hat man das Problem bereits erkannt: "Unsere Spots sollen doch nicht negativ auffallen", so ZAW-Sprecher Volker Nickel. Daher will der Verband seine Mitglieder zu Lösungsvorschlägen auffordern.
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