Lachen statt hohler Phrasen: VW stiehlt Obama und Romney die Show

Dienstag, 18. September 2012
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Der US-Wahlkampf ist bislang die Show von Präsident Barack Obama und seines Herausforderers Mitt Romney. Der Republikaner, der gerade Obama-Wähler als Opfer verunglimpft hat, muss jetzt damit rechnen, dass ihm in der heißen Phase im Kampf um das Weiße Haus ausgerechnet eine deutsche Marke die Show stiehlt. VW startet in den USA für seine neue Social Media Plattform "Why VW" in den US-Medien eine Markenkampagne. Das Umfeld und die Kreation der Kampagne ist dabei sehr speziell. Der 30-Sekünder ist nur im Umfeld von Talkshows, politischen Sendungen und Präsidenten-Debatten zu sehen. Ging es eben noch heiß und kontrovers in den Diskussionsrunden her, zeigt der neue VW-Clip nur fröhliche, sich vor Lachen kringelnde Menschen. Keine Dialoge, kein Voice-Over. Das ist der gezielte Bruch zum Umfeld der Werbeunterbrechung, den Stammbetreuer Deutsch in Los Angeles da geschaffen hat: In Talkshows, egal ob in den USA oder hierzulande, wird viel zu viel gequatscht. Es geht in dem Auftritt um Erlebnisse, die glücklich machen, die Freude bereiten, und weniger um die verbalen Ausrutscher von Romney und Konsorten. 

Künftig sollen VW-Fans in den USA ihre Erlebnisse mit den Produkten des deutschen Herstellers auf Why VW beschreiben und mit Freunden weltweit teilen. Ausführlich, in Worten und Bildern. "Was Why VW von anderen Plattformen unterscheidet, ist die Verbindung unseres eigenen Contents mit den realen Erfahrungen von VW-Fans und Fahrern", sagt Kevin Mayer, Vice President Marketing von VW Amerika. Um die User zu inspirieren, arbeitet VW beim Launch mit Poptent zusammen, einer Community von 50.000 Videofilmern, um fünf Volkswagenbesitzer mit kleinen Filmen und ihren persönlichen Geschichten vorzustellen. Mit der Aktion in der Social-Media-Welt will VW weitere Kunden für sich gewinnen. "Wir hatten bisher ein hervorragendes Jahr 2012", sagt Meyer. Das ist selbst für einen Kommunikationsmann nicht übertrieben. In den USA sind die Verkäufe in diesem Jahr um knapp 38 Prozent angestiegen. Allerdings braucht VW auch ein gutes VW-Geschäft, will man bis 2018 an der Spitze der Autobranche weltweit stehen. Der US-Wahlkampf ist da eine willkommene Gelegenheit, Aufmerksamkeit für die Marke zu schaffen. Nicht mit politischen Aussagen, sondern mit viel Fröhlichkeit. mir
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