Kühler Spätsommer: Werbemarkt bleibt im August hinter den Erwartungen zurück

Mittwoch, 12. September 2012
Die Bruttowerbeinvestitionen sind laut Nielsen im August gesunken
Die Bruttowerbeinvestitionen sind laut Nielsen im August gesunken


Von Spätsommer kann beim Werbemarkt keine Rede sein. Zwar haben die Unternehmen in den ersten acht Monaten des Jahres brutto 15,8 Milliarden Euro investiert. Das ist gegenüber dem Vorjahreszeitraum ein Plus von 1,2 Prozent. Im August allerdings sind die Spendings trotz der Olympischen Spiele in London um 1,1 Prozent zurückgegangen. Das hat Nielsen heute bekanntgegeben. . Damit hat das Megaevent anders als erwartet nicht dazu beigetragen, den Werbemarkt weiter anzutreiben. Für die Gattungen bedeutet das Ausbleiben des Anschubs allerdings nicht viel Neues. Fernsehen ist mit 6,5 Milliarden Euro erneut um 3 Prozent gewachsen und bleibt stärkste Gattung. Im Internet investieren die Unternehmen 1,7 Milliarden Euro in die Werbung, ein Plus von 16,5 Prozent. Radio verteidigt seine derzeit starle Stellung in den Mediaplänen mit knapp 950 Millionen Euro brutto und einem Plus von sechs Prozent.

Nach wie vor schwächelt aber Print. Die Fachzeitschriften kommen mit einem Minus von 1,5 Prozent und Einnahmen von 267 Millionen Euro noch glimpflich davon.  Die Publikumszeitschriften hingegen verlieren mit 2,1 Milliarden Euro rund 4 Prozent, die Zeitungen gar 5,2 Prozent. Kino rutscht gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit knapp 51 Millionen Euro um 9,3 Prozent ins Minus. Out of Home hingegen kann laut Nielsen im August ein Plus von 4,2 Prozent verbuchen. Das lässt das Acht-Monatsminus von 3,6 Prozent und 781 Millionen Euro etwas erträglicher erscheinen.

Stärkster Werbungtreibender in diesem Jahr ist bisher Procter & Gamble mit rund 316 Millionen Euro. Um knapp zwei Prozent hat der Konsumgüterriese seinen Werbedruck erhöht. Ebenso offensiv agieren Ferrero und L'Oréal, die ihre Spendings um 2,2 und 7,2 Prozent erhöht haben. Am stärksten hat in den ersten acht Monaten des Jahres McDonald's den Werbedruck erhöht. 137 Millionen Euro bedeuten ein Plus von 30,7 Prozent. Aldi hingegen bleibt auf der Sparbremse. Um satte 28 Prozent hat der Discountriese seine Werbeausgaben reduziert, trotz der Spekulationen um einen Einstieg in die TV-Werbung.

Insgesamt agiert der Handel aber derzeit wieder offensiver. Zwar verbuchten die Unternehmen noch ein Minus von 16,4 Prozent. Mit 1,02 Milliarden Euro erobert sich die Branche aber im Nielsenranking der Top 50-Industrien den ersten Platz zurück. Knapp dahinter parken mit 1,01 Milliarden Euro die PKW-Hersteller. Im umkämpften deutschen Markt haben die Autobauer 10,1 Prozent mehr investiert als 2011. mir
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