Krombacher will Regenwald-Projekt fortsetzen

Donnerstag, 27. Juni 2002

Die Krombacher Brauerei will das Regenwald-Projekt trotz Einstweiliger Verfügung bis Ende Juli fortsetzen. Nach Meinung der Brauerei beziehe sich das Urteil des Siegener Landgerichts nur auf einen Spot mit Testimonial Günther Jauch und zwei Infomercials, die ohnehin seit vier Wochen nicht mehr gesendet werden. Außerdem behält sich die Brauerei weitere juristische Schritte vor.

Auch Günther Jauch steht weiter hinter der Kampagne: "Dem Krombacher Regenwald-Projekt ist unterstellt worden, dass es einen psychologischen Kaufzwang bei den Konsumenten auslöst. Das halte ich schon deshalb für übertrieben, weil wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass der Regenwald auch durch direkte Spenden an den WWF geschützt werden kann."

Argumentationshilfe erhält die Brauerei auch vom Kooperationspartner World Wildlife Fund (WWF). "Ich kann nicht verstehen, wie man etwas dagegen haben kann, wenn durch eine Werbekampagne zusätzliche Gelder in den Naturschutz fließen. Sonst wäre die Summe wie bei anderen Brauereien wahrscheinlich für irgendwelche Schlüsselanhänger oder ähnlichen Werbeschnickschnack verpulvert worden", vermutet Dirk Barth, Projektleiter beim WWF.

Darüber hinaus soll die Klage der beiden Wettbewerbsvereine, die die Einstweilige Verfügung beantragt hatten, von eifersüchtigen Mitbewerber in der Braubranche initiiert worden sein. Denn bereits vier Wochen vor Ablauf des Projektes konnten durch den Verkauf der Bierkästen 8,5 Millionen Quadratmeter Regenwald geschützt werden. Ziel der Aktion sind 10 Millionen Quadratmeter, wobei Krombacher für jeden verkauften Kasten Bier ein Quadratmeter Regenwald schützen lässt.
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