Krisenmanagement gescheitert: BP droht Image-Fiasko

Freitag, 25. Juni 2010
Tankstellen von Aral und BP werden boykottiert
Tankstellen von Aral und BP werden boykottiert

Mehr als jeder zweite Deutsche boykottiert BP. Ebenfalls betroffen ist Aral, bereits 44 Prozent der Bundesbürger vermeiden es, bei der BP-Tochter zu tanken. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Toluna. Die Krisen-PR ist damit wohl gescheitert. Trotz Schuldeingeständnis, Werbung in eigener Sache und Web 2.0-Offensive scheint das Image des Ölkonzerns nachhaltig geschädigt. Das wird sich auch so schnell nicht ändern: Zwei Drittel der Befragten geben an, BP auch in Zukunft boykottieren zu wollen. Die blaue Tochter meiden künftig immerhin 55 Prozent.

"Ist der Image-Gau erst einmal eingetreten, ist der wachsende Reputationsverlust nur schwer einzudämmen", erklärt der Krisenkommunikationsexperte Jörg Forthmann: "Zumal in einer hoch emotionalisierten Diskussion keine Sachargumente mehr fruchten und weitere Fehltritte deutlich stärker in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden." Darauf reagiert das Unternehmen jetzt. BP wird in diesem Jahr nicht das Sommerfest des Bundespräsidenten als Sponsor unterstützen. In Berlin hatten Politiker der Grünen und der SPD das Vorhaben massiv kritisiert.

Toluna befragte gemeinsam mit der Kommunikationsagentur Faktenkontor 1000 Bundesbürger zu diesem Thema. hor
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