Krisen-Saison 2009/10: Jeder zweite Club macht Verlust

Mittwoch, 18. August 2010
Viele Bundesliga-Vereine haben in der Saison 2009/2010 Verlust gemacht
Viele Bundesliga-Vereine haben in der Saison 2009/2010 Verlust gemacht
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Ernst & Young Wirtschaftskrise Thomas Fuggenthaler


Die Wirtschaftsprüfer von Ernst & Young werfen einen Blick zurück auf die von der Wirtschaftskrise überschattete Bundesliga-Saison 2009/10 - und der sieht nicht allzu gut aus. 44 Prozent der Bundesliga-Clubs haben in der abgelaufenen Spielzeit rote Zahlen geschrieben. Damit haben sich die pessimistischen Prognosen der Clubmanager aus dem vergangenen Jahr bewahrheitet. Nur jeder dritte Verein (33 Prozent) hat nach eigener Einschätzung Gewinn gemacht. Das sind Ergebnisse der Studie "Bälle, Tore und Finanzen VII", die auf der Befragung  von 34 Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga basiert. Die Zahlen zeigen eine klare Tendenz nach unten. Noch im Vorjahr lag der Anteil der Clubs mit Gewinn bei 38 Prozent, 2008 sogar bei 63 Prozent. Der Anteil der Vereine, die rote Zahlen schreiben, stieg im Vergleich zu 2009 von 35 auf 44 Prozent. 12 Prozent sind dabei hochverschuldet - im Vorjahr waren es noch 3.

"Die Fußballbranche konnte sich der Finanz- und Wirtschaftskrise nicht ganz entziehen", sagt Studienautor Thomas Fuggenthaler. "Die Auswirkungen hielten sich aber in Grenzen - vor allem dank der insgesamt soliden Finanzierungsstrukturen und dank des anhaltenden Zuschauerbooms, der hohe Ticketerlöse bescherte", sagt Fuggenthaler weiter und verweist darauf, dass einige Clubs auch Gewinne gemacht haben.

Die neue Saison beginnen die Manager durchaus optimistisch. Immerhin 29 Prozent bezeichnen bereits die gegenwärtige Lage als gut, weiter 47 Prozent äußern sich eingeschränkt positiv. Hingegen ist bei jedem vierten Bundesligamanager (24 Prozent) aktuell noch keine Aufbruchstimmung eingekehrt. Perspektivisch jedoch ist die große Mehrheit der Meinung, dass sich die wirtschaftliche Lage deutlich (24 Prozent), zumindest aber leicht verbessert (52 Prozent). Die übrigen Befragten erwarten die Situation unverändert. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte vor Saisonstart keiner der Befragten eine Verbesserung erwartet.

Fuggenthaler: "Die Branche stellt sich fast geschlossen auf bessere Zeiten ein." Dazu habe sie auch allen Grund, sagt das Mitglied der E&Y-Unit Score: "Die Wirtschaft schaltet wieder auf Wachstum um, Sportsponsorings sind wieder gefragt - und da ist und bleibt die Bundesliga die erste Wahl."

Passend dazu erwarten 38 Prozent der Befragten steigende Einnahmen aus dem Sponsoring, nur 18 Prozent gehen in dieser Kategorie von Rückgängen aus. Insgesamt geht knapp jeder Zweite (47 Prozent) von einem Anstieg der Gesamteinnahmen in der kommenden Saison aus. 24 Prozent erwarten einen Rückgang. mh
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