"Kontroll-Freak": Adidas stoppt iAd-Pläne

Montag, 04. Oktober 2010
Adidas erteilt Apple eine Absage
Adidas erteilt Apple eine Absage

Jetzt wird es auch Adidas zu viel. Offenbar hat der Sportartikelhersteller seinen 10 Millionen Dollar schweren Werbedeal mit Apples iAd gestoppt. Wie "Silicon Alley Insider" meldet, konnte sich das Unternehmen in Herzogenaurach nicht mit der restriktiven Kontrollpolitik von Apple abfinden. Apple-Chef Steve Jobs sei ein zu starker "Kontroll-Freak", heißt es in dem Bericht. Auslöser für die Entscheidung: Apple soll mittlerweile auch das dritte Kampagnenkonzept von Adidas abgelehnt haben. Die Herzogenauracher wollen die Meldung nicht kommentieren. Adidas-Sprecher Oliver Brüggen betont aber gegenüber HORIZONT.NET: "Mobile Kanäle nehmen eine wichtige Rolle in der Adidas Marken- und Produktkommunikation ein." Der aktuelle Erfolg der miCoach-Applikation für iPhone und Blackberry zeige, dass das Unternehmen auf einem guten Weg sei. "Grundsätzlich prüfen wir daher alle Möglichkeiten, unsere Produkte und Botschaften über diese Kanäle zu transportieren - dazu gehört auch iAds", so Brüggen.

Bereits seit einigen Monaten kritisieren Werbepartner die Einflussnahme Apples auf die Kreation der Werbeinhalte. Auch die fehlende Transparenz und Kontrolle, wo und wann die Werbung erscheint, werden bemängelt. Ein weiterer Kritikpunkt ist die Zeit für die Produktion der Werbung, die Apple selbst übernimmt.

Der Sportausrüster ist nicht der erste Werbekunde, den Apple verliert. Die Luxusmodemarke Chanel soll laut US-Medien ihre iAd-Pläne ebenfalls wieder begraben haben. jm
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