Konjunkturumfrage: Markenwirtschaft kritisiert Abwrackprämie

Freitag, 29. Mai 2009
Markenverbands-Präsident Franz-Peter Falke
Markenverbands-Präsident Franz-Peter Falke

Die rund 400 Mitgliedsunternehmen im Markenverband blicken der jährlichen Konjunkturumfrage zufolge verhalten optimistisch in die Zukunft. „Unsere Unternehmen spüren die aktuelle Wirtschaftkrise deutlich, stemmen sich vielfach aber erfolgreich dagegen", sagte Markenverbands-Präsident Franz-Peter Falke am Donnerstag, 28.5.,  in Berlin. „Während 70 Prozent unserer Mitglieder die wirtschaftliche Lage insgesamt als schlecht bis sehr schlecht bewerten, wird die Lage im eigenen Segment durchweg positiver beurteilt: Rund die Hälfte der Unternehmen hält diese für befriedigend, gute jedes zehnte Unternehmen sogar für gut." So würden sich die Umsätze in der Markenwirtschaft im 1. Quartal bislang robust zeigen. „Ebenso ermutigend: Investitionen und Beschäftigung werden bei zurückgehender Auslastung der Kapazitäten bei rund zwei Drittel der Firmen stabil bleiben. Qualität, Innovation und Leistung haben offensichtlich Konjunktur. Mündige Verbraucher schätzen das Versprechen, das in Marke liegt", so Falke weiter.

Die größte Sorge sei das kaum berechenbare Risiko, ob und in welchem Umfang die Konsumneigung in der Bevölkerung zurückgeht. Falke: „Vor dem Hintergrund einer breiten Verunsicherung unter den privaten Nachfragern helfen branchenspezifische Subventionen wie die nunmehr sogar noch ausgeweitete Abwrackprämie nicht weiter." Hilfreich und notwendig seien hingegen Ansätze, die den Bürgern mehr Netto vom Brutto im Geldbeutel lassen, gerade bei mittleren Einkommen. Die Forderung: strukturelle Weichenstellungen bei Steuern und Sozialabgaben.

Die Markenhersteller beziehen hier klare Position: 90 Prozent der befragten Unternehmen halten die Abwrackprämie für nicht geeignet oder sogar kontraproduktiv. Zu 93 Prozent sprechen sich die Firmen für eine Senkung der Einkommensteuer gerade bei kleinen und mittleren Einkommen aus. 87 Prozent halten zudem eine Senkung der Sozialversicherungsbeiträge für geeignet bis sehr geeignet. Darüber hinaus plädieren weitere gut 60 Prozent der Unternehmen für den nachhaltigen Ausbau von Infrastruktur. mh
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