Konjunkturdelle: Markenverband fordert finanzielle Entlastung

Montag, 28. Juli 2008
Fordert Entlastungen: Christoph Kannengießer
Fordert Entlastungen: Christoph Kannengießer

Vor dem Hintergrund der anhaltend schwachen Konjunktur meldet sich nun auch der Markenverband zu Wort - und nimmt sogleich die Bundesregierung in die Pflicht. "Die Politik bleibt gefordert, Reformanstrengungen im Bereich Steuern und soziale Sicherung wieder aufzunehmen und für eine dauerhafte Entlastung der Bürger zu sorgen", fordert Christoph Kannengießer, Hauptgeschäftsführer des Berliner Verbandes. Die Verunsicherung der Verbraucher verfestige sich zunehmend, begründet Kannengießer seinen Appell an die Politik. "Wenn Konsumenten Anschaffungen jetzt aber deutlich verschieben oder gänzlich aufgeben, wird das die ohnehin schwächere Konjunktur in diesem Jahr weiter bremsen", warnt der Verbandschef.

Der Aufruf des Markenverbands ist eine direkte Reaktion auf den jüngsten Bericht der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg, der am heutigen Montag vorgelegt wurde. Danach drücken die hohen Energiepreise, die Angst vor einer Rezession und die Fortsetzung der Finanzkrise drastisch auf die Ausgabenlust der Verbraucher. Der GfK-Konsumklimaindex sank für den Monat August um 1,5 gegenüber Juli auf 2,1 Punkte. Das ist der niedrigste Wert seit Juni 2003.

Vor allem die gestiegenen Preise für Benzin, Gas und Öl belasten die Bundesbürger. Sie erwarten, dass sich in den kommenden zwölf Monaten ihre finanzielle Situation weiter verschlechtern wird. Der Indikator zur Einkommenserwartung verliert im Juli 12,8 Punkte und liegt jetzt bei minus 20 Punkte. So tief lag der Wert zuletzt vor knapp vier Jahren.

Größere Anschaffungen stehen bei den Meisten derzeit nicht auf der Agenda, trotz der guten Tarifabschlüsse in den vergangen Monaten. Die Verbraucher rechnen im Gegenteil damit, dass sie künftig einen großen Teil ihres Haushaltsbudgets für Energiekosten aufwenden müssen. Sparen wird für sie zur Pflicht. mas/mir
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