Konjunkturaufschwung lässt den deutschen Lebensmittelhandel kalt

Freitag, 28. April 2000

Während die Konjunktur in Deutschland seit einigen Monaten spürbar anzieht und auch die Verbrauchsausgaben wieder leicht zunehmen, kommt der Lebensmitteleinzelhandel nicht aus der Krise. So lautet die Schlussfolgerung der Broschüre "Grundgesamtheiten Deutschland 2000" von der IRI/GfK Retail Services. Demnach ging der Umsatz, nicht eingeschlossen Aldi, 1999 im Vergleich zum Vorjahr um 0,9 Prozent auf rund 195 Milliarden Mark zurück. Werden die Umsätze des Lebensmitteldiscounter einbezogen, so fällt der Rückgang mit 0,5 Prozent auf 229 Milliarden Mark etwas weniger deutlich aus. Die rote Laterne trägt nach wie vor der traditionelle Lebensmitteleinzelhandel: Mit einem Umsatzminus von 6,6 Prozent erwirtschaftet dieser Handelstyp nur noch 27,5 Prozent des gesamten Lebensmitteleinzelhandelsumsatzes. Für viele Geschäfte ist das zu wenig zum Überleben, so blieben im vergangenen Jahr wieder 2200 Türen für immer verschlossen. Die Zahl der Verkaufsstellen des Lebensmitteleinzelhandels sank auf 61.100 plus 3350 Aldi-Filialen. Zum Vergleich: Im Jahr nach dem Fall der Mauer gab es im wiedervereinigten Deutschland neben den Aldi-Filialen noch 81.400 Lebensmittelgeschäfte.
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