"Kleinere Brötchen": Esprit verordnet sich eine Werbediät

Mittwoch, 27. Februar 2013
Im Februar war Esprit nur auf Plakaten präsent
Im Februar war Esprit nur auf Plakaten präsent

Esprit tritt auf die Kostenbremse. Wegen schwacher Geschäftsergebnisse verpasst sich die chinesisch-deutsche Modemarke ein rigides Sparprogramm. Davon ist auch die Kommunikation betroffen. Wie ein Sprecher gegenüber HORIZONT.NET bestätigt, wird Esprit seine Werbespendings in diesem Jahr herunterfahren. "Der Fokus liegt vorerst auf der Steigerung der Produktqualität. Daher wird Esprit in der Werbung bis auf weiteres kleinere Brötchen backen", erklärt der Sprecher gegenüber HORIZONT.NET - und bestätigt damit einen Bericht des "Handelsblatts".

Um wieviel Prozent der Etat gekürzt wird und wie lange die selbst verordnete Werbediät andauern wird, ist unklar. Die jüngsten Entwicklungen deuten aber bereits darauf hin, dass das Strechkonzert massiv ausfallen könnte. Laut einer aktuellen Auswerung von Nielsen Media Research in Hamburg hat Esprit im Januar 2013 brutto noch nicht einmal eine Million Euro für Werbung ausgegeben. Gegenüber dem Vorjahresmonat ist das ein Minus von knapp 63 Prozent. Bereits im Jahr 2012 hatte der Konzern seine Spendings leicht von knapp 40 Millionen Euro auf 33,7 Millionen Euro gekürzt.

Dem Sprecher zufolge wird das Unternehmen erst dann wieder im großen Stil in die Werbeblöcke zurückkehren, wenn die Qualität der Produkte am Point of Sale spürbar gestiegen ist. Bis wann dies gelinge, hänge vor allem von der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung des Konzerns ab.

Die jüngsten Zahlen machen wenig Mut. Der Umsatz des Modekonzerns sank im 2. Halbjahr 2012 um 13,4 Prozent auf umgerechnet 1,34 Milliarden Euro, wodurch der Konzern in die roten Zahlen schlitterte. In der Zeit von Juli bis Dezember 2012 ist ein Verlust von beinahe 46 Millionen Euro aufgelaufen. Ein Jahr zuvor konnte Esprit noch einen Gewinn von umgerechnet knapp 55 Millionen Euro vorweisen. mas
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