Klage gegen Hipp-Slogan gescheitert

Mittwoch, 22. August 2012
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"Nach dem Vorbild der Muttermilch" - Dieser Slogan des Nahrungsmittel- und Babykostherstellers
Hipp für seine Babymilchprodukte hat für juristische Auseinandersetzungen gesorgt. Mütter würden dadurch vom Stillen abgehalten, meint etwa der Verband Sozialer Wettbewerb (VSW) und reichte Anfang des Jahres Klage auf Unterlassung beim Landgericht Ingolstadt ein. Die hat die Handelskammer des Gerichts am Dienstag abgewiesen. Wer in den Regalen nach Hipp-Produkten, etwa der Babymilch Combiotik, mit dem Aufdruck fahndet, wird kaum fündig werden. Das Untenehmen änderte die Werbung bereits im Herbst vergangenen Jahres in "Nach dem Vorbild der Natur" (Spot: siehe unten rechts). Grund: Der Berliner VSW hatte schon 2011 versucht, per einstweiliger Verfügung gegen den Slogan vorzugehen. Auch die Konkurrenten von Nestlé und Milupa schossen gegen Hipp und seinen Claim. Um weiteren Querelen zuvorzukommen, zog Hipp Konsequenzen. Der jüngste Erfolg vor Gericht, den Begriff "Muttermilch" weiterhin verwenden zu dürfen, hat für das Unternehmen aus Pfaffenhofen demnach eher symbolischen Wert.

Ob der VSW beim Oberlandesgericht München in Berufung geht, hat der Verband noch nicht entschieden. Die Begründung liege dem VSW noch nicht vor, sagt Geschäftsführerin Angelika Lange. Nach Meinung des VSW verstößt der ehemalige Hipp-Slogan gegen Prinzipien der Diätverordnung, wonach das Stillen von Säuglingen Priorität hat und als höherwertig gegenüber Babyfolgenahrung eingestuft wird. Begrifflichkeiten, die Produkten denselben Rang wie dem Stillen zuweisen, seien verboten. Welche das im Einzelnen sind, darüber lässt sich im Einzelfall trefflich streiten. fo
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