"Kind frisst Bär": Wie Markenartikler in der "Bild"-Jubiläumsausgabe werben

Montag, 25. Juni 2012
Die Jubiläumsausgabe der "Bild" wurde am Samstag verteilt
Die Jubiläumsausgabe der "Bild" wurde am Samstag verteilt

"Mann beisst Hund" heisst die ultimative Schlagzeile, die den Sensationsjournalismus verkörpert. Zum 60. Geburtstag der Boulevardzeitungs-Ikone gelang es allerdings dem rheinischen Naschwaren-Hersteller Haribo problemlos, das traditionsreiche Klischee noch zu toppen und gleichzeitig elegant für das eigene Produkt zu werben: "Kind frisst Bär ... und das seit 90 Jahren" textete die hauseigene Werbeabteilung.
Die Anzeige von Haribo in der "Bild"-Jubiläumsausgabe
Die Anzeige von Haribo in der "Bild"-Jubiläumsausgabe
Haribo ist dabei nicht der einzige Werbekunde, der in der Jubiläumsausgabe auf das Medium selbst eingeht. So wirbt C&A mit dem Slogan "Bild dir deine Kleidung", Lidl wirbt mit "Heute in der Bild" für eine exklusive Pepsi-Cola-Flasche im Retro-Design und  und Media-Markt schaltet eine Gratulationsanzeige mit der Botschaft "In der Bild lohnt es sich sogar die Werbung zu lesen". All diese Aktivitäten sind allerdings nicht notwendigerweise der großen Liebe der Werbekunden zum Medium geschuldet, sondern finden ihre Erklärung in der hohen Reichweite der Jubiläumsausgabe. 41 Millionen Exemplare verteilte der Springer-Verlag am Samstag in deutschen Haushalten und dürfte damit die größte Reichweite für Zeitungswerbung in der Geschichte des Mediums überhaupt erzielt haben. Das überzeugte auch viele Anzeigenkunden, trotz des stolzen Buchungspreis von 4 Millionen Euro für eine Anzeigenseite.

Um diese Werbeinvestitionen auch zu kapitalisieren, mussten die Werbekunden allerdings auch durch mutige Kreation oder durch Beigaben Aufmerksamkeit bei den Zeitungslesern schaffen. Die meisten Inserenten entschieden sich für letztere Option und statteten ihre Anzeigen mit Coupons aus. Eine an sich schon mutige Entscheidung: So müsste Media-Markt einen Promotionszuschuss von 400 Millionen Euro stemmen, sollten alle Empfänger der Zeitung auch die ausgelobte Geschnekkarte des Elektrohändlers auslösen.

Ausgerechnet Haribo, das in der Vergangenheit nicht durch mutige Werbexperimente aufgefallen ist, entschloss sich von seiner gewohnten Werbegestaltung abzurücken und seine traditionelle kindlich geprägte Markenwelt für eine anlassgemäßere Gestaltung aufzugeben. Dabei hatte die Gummibärmarke allerdings auch den Vorteil, dass das gewählte Medium für die eigene Markenbotschaft optimal war. Denn in der Ausgabe, die sich ganz dem 60. Jubiläum von "Bild" widmete, wirkte die Botschaft, dass es Haribo schon seit 90 Jahren gibt, besonders effektiv. cam

Weitere Werbemotive finden Sie auf den kommenden Seiten

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