Kettensägenmassaker im Kräutertee: Filmhochschul-Student dreht für Herbaria

Montag, 04. Februar 2013

Es gibt entspannende Teemischungen und es gibt wirklich entspannende Teemischungen - diese Botschaft setzte ein Regisseur der Filmhochschule Ludwigsburg zusammen mit Jung von Matt/Neckar und der Produktionsfirma Tempomedia für den Münchner Gewürz- und Teespezialisten Herbaria Kräuterparadies um. Ob der 60-Sekünder allerdings viel Lust auf auf Teetrinken macht, ist allerdings eine andere Frage: Schließlich werden mit den Teebeuteln drei klassische Monstren des Horror-Genres in die Tiefe gezogen. Der Auftritt ist für das Unternehmen Herbaria, dessen Produkte und Unternehmensauftritt durchgängig in freundlichen Naturfarben gestaltet ist, durchaus ungewöhnlich. Zunächst sieht man, wie mehrere Gestalten in ein düsteres Gewässer gestoßen werden. Die Nahaufnahme enthüllt unheimliche Kreaturen, die eine klare Assoziation zu Horror-Klassikern haben. Neben dem grusligen Clown "Pennywise" aus Stephen Kings "Es" wird auch ein Riese mit Kettensäge und eine bleiche Gestalt, die stark an Lord Voldemort erinnert, unbarmherzig von überdimensionalen Teebeuteln in die Tiefe gezogen.

Der radikale Bruch war durchaus beabsichtigt. Der von JvM/Neckar kreierte Auftritt, bei dem der Film-Hochschulstudent Andreas Roth Regie führte (Produktion: Tempomedia), soll vor allem auf den internationalen Kreativfestivals beeindrucken. Ob der 60-Sekünder auch auf der Herbaria-Homepage zu sehen sein wird, ist dagegen noch unsicher. "Die Frage wird gerade im Unternehmen diskutiert", sagt eine Unternehmenspsrecherin auf Nachfrage. Mit dem Spot würde sich einerseits das auf junge Konsumenten zielende Label Herbaria Hausfreund gut in Szene setzen lassen. Andererseits riskiert das Unternehmen natürlich auch, ältere Kunden mit dem Video zu verschrecken.

Auf Youtube könnte der polarisierende Spot allerdings zum echten Reichweitenerfolg für das kleine Unternehmen werden. Vier Tage nach der Freischaltung verzeichnet der Film schon fünfstellige Nutzerzahlen. Damit erhält Herbaria eine effiziente Ergänzung seiner bisherigen Media-Strategie, die sich auf Anzeigen in Branchenpublikationen und ausgewählten Publikumstiteln wie "Süddeutsche Zeitung" und "Zeit" beschränkt. cam
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