Keine Werbung mehr: E-Plus stellt alle Tarife ein

Dienstag, 26. Januar 2010
E-Plus verliert seine Position im Markenportfolio des Unternehmens an Base
E-Plus verliert seine Position im Markenportfolio des Unternehmens an Base

"Ein Plus verbindet", lautete einst der Claim, der E-Plus in Deutschland mit millionenschweren Kampagnen bekannt und zwischenzeitlich auch sehr erfolgreich machte. Jetzt gerät die Marke endgültig aufs Abstellgleis. E-Plus stellt die Vermarktung aller Produkte und Tarife ein - und wird auch werblich nicht mehr in Erscheinung treten. Stattdessen soll Base, die Flatratemarke der Düsseldorfer E-Plus-Gruppe, in den Vordergrund rücken. Das bestätigt ein Unternehmenssprecher gegenüber HORIZONT.NET.
JvM-Kampagne für die Zehnsation
JvM-Kampagne für die Zehnsation
Begründet wird die Maßnahme offiziell damit, dass sich die Handynutzung der Deutschen in den vergangenen Jahren stark verändert habe. "Es hat sich gezeigt, dass die Mobilfunknutzer heutzutage größtenteils Flatrateangebote nachfragen und darüber hinaus zu Discount-Preisen telefonieren wollen", erläutert der Sprecher. Die Angebote von E-Plus - etwa der 2007 mit einer breit angelegten Kampagne von Jung von Matt/Alster eingeführte Zehnsationstarif oder die Time&More-Pakete - passen nun nicht mehr ins Konzept und werden daher im Vermarktungsportfolio ersatzlos gestrichen. Nur bestehende Verträge werden noch erfüllt. "Die Marke E-Plus wird sich künftig ausschließlich um ihre Bestandskunden kümmern", so der Sprecher.

Zum Vergrößern bitte klicken!
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Wesentlich rosiger sieht die Zukunft von Base aus: Dem in der vergangenen Woche vorgestellten neuen Tarifkonzept "Mein Base", das neben einem kostenlosen Basis-Angebot verschiedene Flatrate-Optionen anbietet, trauen die E-Plus-Strategen um CEO Thorsten Dirks offenbar eher zu, sich im Wettbewerb mit Premiummarken (Vodafone, T-Mobile, O2) und Discountern (Klarmobil, Aldi Talk, Otelo) durchzusetzen.

Daher soll die Marke Base, die neuerdings mit der Hamburger Agentur Kolle Rebbe zusammenarbeitet, auch werblich ganz klar in den Mittelpunkt rücken. Das gilt für Werbung in Printtiteln, auf Plakaten, im Internet und - nach langer Pause - im TV genauso wie für die Shops in den Fußgängerzonen, wo die im Sommer 2005 gelaunchte Flatratemarke nun endgültig ins Rampenlicht rücken wird.

Langsamer Niedergang

E-Plus hat sich seit Jahren aus der Werbung zurückgezogen. 2006 investierte die grüne Marke laut Nielsen Media Research noch knapp 58 Millionen Euro brutto in klassische Kommunikation. In den Folgejahren 2007 (35 Millionen), 2008 (13 Millionen) und 2009 (9 Millionen) wurden die Spendings bereits drastisch gekürzt. Base investierte 2009 22,4 Millionen Euro in klassische Werbung. Auch wegen des TV-Boykotts der E-Plus-Gruppe war das gegenüber dem Vorjahr ein Minus von 50 Prozent.

E-Plus wird hier zwar nicht völlig verschwinden, fristet aber mit anderen Segmentmarken wie Ay Yildiz, dem Angebot für die türkischstämmige Bevölkerung, und Vybemobile eher ein Schattendasein. Bestandskunden kommen gleichwohl weiterhin mit E-Plus in Berührung. So wird das Logo weiterhin auf den Rechnungen der E-Plus-Kunden zu sehen sein. Auch wie Website eplus.de bleibt erhalten. mas
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