Kein Kauf durch Canal Plus: ISMM Group blickt dem Konkursrichter ins Auge

Donnerstag, 17. Mai 2001
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Die letzten Hoffnungen der ISMM-Gruppe auf eine Rettung haben sich zerschlagen: Canal Plus, eine hundertprozentige Tochter des französischen Medienkonzerns Vivendi, hat heute einen Kauf der Unternehmensmutter des Sportrechtevermarkters ISL abgelehnt.

Die Pläne zur Sanierung des Unternehmens sind damit gescheitert: Das Kantonalsgericht von Zug wird nun ein Konkursverfahren gegen ISMM einleiten. ISMM/ISL hatte für 2,2 Milliarden Schweizer Franken - rund 2,8 Milliarden Mark - die außereuropäischen TV-Rechte (ohne USA) sowie die Marketingrechte an den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 erworben.

Nach dem Konkurs hat die Kirch-Gruppe, die die europäischen WM-Rechte besitzt, eine Option, für 1,8 Milliarden Mark auch die übrigen TV-Rechte zu erwerben. Der Weltfußballverband Fifa hatte bereits vor Wochen angekündigt, die WM-Turniere 2002 in Südkorea und Japan im Fall einer ISL-Pleite selbst vermarkten zu wollen.

Mit dem Rückzug von Canal Plus findet ein langer Kampf der ISL gegen den Untergang ein Ende. Das Unternehmen hatte sich mit kurz aufeinanderfolgenen Investitionen, unter anderem in die Tennis-ATP-Tour, übernommen.
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