Kater nach dem Karneval: Brasilianer beschweren sich über Gillettes Kampagne mit Psy

Freitag, 22. Februar 2013
Psy unterstützte Gillette Brasilien beim Karneval (Bild: Screenshot Facebook.com/Gillettebrasil)
Psy unterstützte Gillette Brasilien beim Karneval (Bild: Screenshot Facebook.com/Gillettebrasil)


Es sollte nur eine Promotion zur Karnevalssaison sein, doch einige Brasilianer fanden den Auftritt des südkoreanischen Sängers Psy ("Gangnam Style") für Gillette Brasilien gar nicht lustig. Psy war zum Karneval das Gesicht der Kampagne "Ich will dich enthaart sehen". Das empfanden 15 Brasilianer offensichtlich als Angriff auf ihre Männlichkeit und reichten bei der nationalen Werbe-Regulierungsbehörde Beschwerde wegen "Diskriminierung von Männern mit Brustbehaarung" ein.
Der Vorfall kommt etwas überraschend, da Gillette in Brasilien das Thema Ganzkörperrasur schon lange offensiv in der Werbung für seine Produkte nutzt. Die Marke zitiert dabei gerne Umfragen, nach denen 80 Prozent aller Brasilianerinnen einen glattrasierten Mann erotischer finden als einen behaarten Mann. Dabei schreckte Gillette vergangenes Jahr auch nicht vor einem Werbespot zurück, der behaarte Männer mit Höhlenmenschen gleichsetzt (siehe Video unten).

Psy diente, anders als von der Publikumspresse gemeldet, im Rahmen dieser Kampagne allerdings nicht als langfristiges Testimonial. Der südkoreanische Sänger wurde von Gillette Brasilien nur als prominenter Gast für verschiedene Promotions rund um die Karnevalsfeierlichkeiten verpflichtet. Brasilianische Werbungtreibende beteiligen sich traditionell mit eigenen Events an der Karnevalssaison, um von der positiven Stimmung und der massiven Reichweite der begleitenden Feiern zu profitieren.

Weshalb nun speziell der Auftritt des südkoreanischen Künstlers soviel Unwillen auf sich zog, ist eher unklar. Gillette beeilte sich allerdings, sofort zu versichern, dass man niemand habe beleidigen wollen. Der Auftritt habe die "verrückte" Stimmung zum Karneval aufgreifen wollen. cam

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