Kampf dem Schlankheitswahn: Forscher fordern normierte Frauen in der Werbung

Donnerstag, 22. November 2012
Dove hat gezeigt: Werbung mit Frauen ohne die üblichen Laufsteg-Maße kann auch funktionieren
Dove hat gezeigt: Werbung mit Frauen ohne die üblichen Laufsteg-Maße kann auch funktionieren

Werbung mit "normalen" Models kann vielleicht den Schlankheitswahn vieler Frauen lindern. Diese These ergibt sich aus einer Studie der britischen Universität Durham. Die Untersuchungsergebnisse können nach Meinung der Forscher Forderungen etwa von Gesundheitsorganisationen untermauern, weibliche Models in den Medien zu "normen". Die Wissenschaftler haben mehr als 100 Frauen getestet. Denjenigen, die gewöhnlich auf dünne Körper fixiert sind, wurden unter anderem Katalog-Models mit Übergröße präsentiert. Die Probandinnen waren im Anschluss deutlich weniger von dünnen Frauen begeistert. Umgekehrt erhöhten Bilder schlanker Fotomodelle die Präferenz für dünne Frauen. Die Ergebnisse kamen unabhängig davon zustande, ob es sich bei den gezeigten Bildern um Körper von Models oder von "gewöhnlichen" Frauen handelte. Eine Nachfolgestudie soll die sich verändernden Präferenzen genauer untersuchen und dabei auch Männer als Testpersonen einbeziehen.

Lynda Boothroyd von der Durham University hält die Untersuchung "Visual Diet versus Associative Learning as Mechanisms of Change in Body Size Preferences" für wegweisend. "Noch wissen wir nicht, ob Frauen ihre Haltung langfristig ändern, wenn sie nur kurz mit Bildern vollschlanker Frauen konfrontiert werden. Unsere Ergebnisse deuten aber darauf hin, dass sich, wenn mehr "normale" Models gezeigt werden, möglicherweise die Manie von Frauen für Dünnheit reduziert." Susan Ringwood von der britischen Initiative B-eat gegen Essstörungen meint: "Wenn in den Medien eine größere Vielfalt an Körperformen und -umfängen gezeigt würde, könnte das dazu beitragen, dass die Sicht auf unseren eigenen Körper in emotionaler und gesundheitlicher Hinsicht wieder ins Lot kommt." fo
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