Jugendmediziner regen Werbeverbot für Genussmittel an

Mittwoch, 07. Dezember 2011
Die Milchschnitte ist in diesem Jahr ins Visier von Verbraucherschützern geraten
Die Milchschnitte ist in diesem Jahr ins Visier von Verbraucherschützern geraten

Weihnachtszeit ist Süßigkeitenzeit. Entsprechend offensiv werben die Hersteller auf allen Kanälen für ihre Produkte. Nach Meinung der deutschen Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin DGSPJ wird allerdings in zu vielen Werbebotschaften gemogelt, sodass in letzter Konsequenz gar über ein Werbeverbot nachgedacht werden müsse, um Kinder zu schützen. Zunächst fordert die Vereinigung Eltern auf, ihre Kinder über Werbung für Genussmittel und gegebenenfalls irreführende Botschaften aufzuklären. "Gut die Hälfte aller 20.000 bis 40.000 Werbespots, die pro Jahr allein über das Fernsehen auf Kinder einströmen, vermarkten Süßwaren, Limonaden und Knabberartikel, hat die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin festgestellt", teilt die DGSPJ mit. Darunter seien zahlreiche als irreführend entlarvte Kampagnen - als Beispiel führt die Vereinigung die Werbung für Ferreros Milchschnitte ins Feld, die 2011 von der Verbraucherorganisation Foodwatch mit der Anti-Auszeichnung "Goldener Windbeutel" für die "dreisteste Werbelüge" bedacht worden war.

Laut Johannes Oepen, Leiter des DGSPJ-Fachausschusses Stationäre Prävention und Rehabilitation, würden Kinder erst ab einem Alter von 8 bis 10 Jahren Werbung allmählich in Zweifel ziehen. Jüngere Kinder hingegen seien eventuellen Täuschungen viel stärker ausgesetzt, daher seien neben elterlicher Aufklärung entsprechende Gegenkampagnen wichtig. In letzter Konsequenz raten die Mediziner und Pädagogen zu gesetzlichen Maßnahmen: "Bei Sendungen, die nachgewiesenermaßen von sehr vielen Kleinkindern angeschaut werden, muss auch über ein Werbeverbot für Genussmittel nachgedacht werden", so die DGSPJ. ire
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