Jagd auf Nike: Adidas verdoppelt Gewinn im WM-Jahr 2010

Mittwoch, 02. März 2011
Hat Grund zur Freude: Adidas-Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer
Hat Grund zur Freude: Adidas-Vorstandsvorsitzender Herbert Hainer


Adidas hat im Fußballweltmeisterschafts-Jahr ein Rekordergebnis eingefahren: Dank eines starken Verkaufs von Fußball-Produkten stieg der Konzernumsatz 2010 um 15 Prozent und erreichte damit rund 12 Milliarden Euro. Sogar verdoppeln konnten die Herzogenauracher ihren Gewinn. Damit kann Adidas die Lücke zum weltweiten Branchenprimus
Nike etwas verringern. Das Betriebsergebnis (Ebit) belief sich im Gesamtjahr auf 894 Millionen Euro und stieg damit gegenüber dem Krisenjahr 2009 um 76 Prozent. Den Gewinn schraubte der Konzern von 245 Millionen im Vorjahr auf 567 Millionen Euro hoch. Wachstumstreiber war neben der bereits genannten Fußball-WM in Südafrika auch die Marke Reebok. Deren Umsatzerlöse stiegen im Vergleich zum Vorjahr währungsbereinigt um 12,2 Prozent auf über 1,9 Milliarden Euro. Mit ihrem muskelaktivierenden Schuh Easytone und der neuen Easytone-Kleidungskollektion soll die Marke auch künftig weiter wachsen. Die Adidas-Gruppe hatte Reebok 2006 übernommen und arbeiten seit dem an deren Umbau zur Fitnessmarke Nummer 1.

Im 4. Quartal stieg der Umsatz um 19,2 Prozent auf über 2,9 Milliarden Euro. Das Nettoergebnis war jedoch rückläufig. Der Gewinn fiel von 19 auf 7 Millionen Euro. Grund hierfür seien vorallem höhere Werbeausgaben, unter anderem für Basketball-Kampagnen in den USA. Insgesamt gab Adidas 2010 rund 1,3 Milliarden Euro für das Marketing aus (2009: 1, 03 Milliarden Euro).

Für 2011 erwartet Adidas einen Umsatzanstieg im mittleren bis hohen einstelligen Bereich. Der Überschuss dürfte zwischen 625 und 650 Millionen Euro liegen. Damit könnten die Franken die Bestmarke aus dem Jahr 2008 knacken, die bei 648 Millionen Euro lag. Rückenwind erhoffen sich die Herzogenauracher insbesondere von der Konjunkturerholung, dem Umsatz in Schwellenländern sowie die anhaltende Dynamik ihrer Marke Reebok. Zudem setzt Adidas verstärkt auf eigene Läden. 100 Geschäfte sollen im laufenden Jahr ihre Türen öffnen. Damit käme Adidas auf 2270 eigene Shops.

Bereits vor zwei Wochen hatte der nach Umsatz drittstärkste Player im Sportartikelmarkt Puma seine Zahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt. Beim Konkurrenten stiegen die konsolidierten Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozent auf erstmals über 2,7 Milliarden Euro. Der Konzerngewinn nahm um 154 Prozent zu und lag bei 202,2 Millionen Euro. Marktführer Nike präsentiert am 14. März seine Zahlen für das 3. Quartal. Das Geschäftsjahr des Konzerns endet am 31. Mai. jm
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