JOM erwartet Minus für deutschen Werbemarkt

Mittwoch, 11. Januar 2012
Agenturinhaber Michael Jäschke
Agenturinhaber Michael Jäschke

Schlechte Nachrichten für die deutsche Werbeindustrie hat die Hamburger Agentur JOM Jäschke Operational Media: Für 2012 prognostiziert JOM netto ein Minus von rund einem Prozent im Gesamtmarkt. Damit würde das Gesamtwerbevolumen von 220 Millionen Euro auf insgesamt 21,7 Milliarden Euro sinken. Den wichtigsten Treiber der Negativentwicklung sieht Agenturinhaber Michael Jäschke in der unsicheren Konjunkturentwicklung: „Trotz einer stabilen Binnennachfrage werden die Investitionen vieler Unternehmen unsicherer. Der Euroraum gerät laut der Prognosen unterschiedlicher Wirtschaftsforschungsinstitute in die Rezession und der Welthandel verlangsamt sich merklich."

Der Rückgang hätte nach Einschätzung der Agentur sogar noch höher ausfallen können, wenn der nach wie vor starke private Konsum, die stabile Beschäftigungslage und die tendenziell steigenden real verfügbaren Einkommen in Deutschland nicht positive Impulse setzen würden. Auch Sport-Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft oder die olympischen Spiele werden den Werbemarkt stützen.

Einziger Gewinner im abkühlenden Gesamtklima werden die digitalen Marketingkanäle sein, glaubt Jäschke: „Direkt messbare Kommunikationskanäle im digitalen Bereich könnten profitieren, da sie Investition und Ertrag direkt sichtbar machen." Die Agentur prognostiziert für die digitalen Medien ein Plus von circa 15 Prozent im Vorjahresvergleich zum Vorjahr. Das um Rabatte und  Preissteigerungen bereinigte Gesamtvolumen der Maßnahmen im digitalen Bereich wird laut JOM knapp 4,5 Milliarden Euro ausmachen.

Für das abgelaufene Jahr kommt JOM zu einer deutlich positiveren Bilanz: Mit einem Nettozuwachs von 3,5 Prozent habe der Gesamtmarkt ein Volumen von knapp 22 Milliarden Euro erreicht. cam
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