Irreführende Werbung: American Express muss Millionenstrafe zahlen

Dienstag, 02. Oktober 2012
American-Express-Kunden wurden Opfer unzulässiger Geschäftspraktiken
American-Express-Kunden wurden Opfer unzulässiger Geschäftspraktiken

Fast zehn Jahre lang hat American Express in den USA säumige Kunden mit Mahngebühren überzogen. Dafür muss der Kreditkartenanbieter jetzt bluten. Wegen irreführender Werbung und unzulässiger Geschäftspraktiken wird das Unternehmen nun insgesamt um einen dreistelligen Millionenbetrag ärmer. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP haben gleich mehrere US-Regulierungsbehörden American Express zu 27,5 Millionen Dollar Bußgeld und 85 Millionen Dollar Schadensersatz verdonnert. Die Wettbewerbshüter werfen dem Kreditkartenanbieter vor, die Konsumenten in den Jahren 2003 bis 2012 mit seiner Werbung über die Konditionen für Kreditkarten in die Irre geführt zu haben. Darüber hinaus sollen die Mahngebühren, die American Express bei säumigen Kunden einforderte, unzulässig gewesen sein. Etwa 250.000 Kunden sollen von den illegalen Geschäftspraktiken bei American Express betroffen sein.

Das Unternehmen habe die Gesetze zum Verbraucherschutz „in allen Phasen“ verletzt, zitiert AFP den Leiter der US-Behörde für Verbraucherschutz im Finanzwesen (CFPB), Richard Cordray. Aus Sicht des Verbraucherschützers fingen die Verstöße bereits beim Verkauf der Kreditkarten an und gipfelten in den Anrufen, die Verbraucher wegen überfälliger Schulden erhielten.

American Express hat die Millionenstrafe bereits akzeptiert. Zudem hat sich das Unternehmen nach eigenen Angaben mit den Regulierungsbehörden auf neue Richtlinien für die Kreditkartennutzung geeinigt. Seine Werbung hat American Express offenbar bereits angepasst. In den jüngsten TV-Spots versucht American Express jedenfalls nicht mehr, auf Teufel komm raus seine Kreditkarten zu verkaufen. Vielmehr positioniert sich das Unternehmen als Anbieter, der das Leben der Verbraucher einfacher machen will. Das Motto: "Wir haben keine Kunden, sondern Mitglieder". mas
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