Irreführende Nutella-Werbung: Ferrero muss Millionenstrafe zahlen

Montag, 30. April 2012
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In Deutschland hat Ferrero seine oft als irreführend kritisierten Werbeaussagen für Produkte wie Milch-Schnitte, Kinder Überraschung und Nutella bereits zum Teil entschärft. In den USA dürfte sich der Süßwarenriese nun ebenfalls von dem einen oder anderen Werbeslogan verabschieden. Grund ist eine Sammelklage gegen die Werbung für Nutella, die den Konzern nun teuer zu stehen kommt.
Hinter der Klage steht die Kalifornierin Athena Hohenberg. Die Mutter eines vierjährigen Kindes hatte sich daran gestört, dass Ferrero in seiner Nutella-Werbung den Eindruck erweckt, der Brotaufstrich sei gesünder als andere Süßigkeiten und ein "Beispiel für ein ausgewogenes und schmackhaftes Frühstück". Daher zettelte Hohenberg bereits im vergangenen Jahr eine Sammelklage an.

Mit Erfolg, wie sich nun herausstellt. Ferrero hat sich nach eigenen Angaben mit den Klägern auf einen Vergleich geeinigt. Danach wird der Konzern wegen irreführender Werbung rund drei Millionen US-Dollar zahlen. Von dem Geld will Ferrero alle Konsumenten entschädigen, die seit August 2009 in Kalifornien oder seit Januar 2008 in einem anderen US-Bundesstaat Nutella gekauft haben.

Reich wird damit freilich niemand. So will Ferrero pro gekauftem Glas Nutella vier Dollar zurückzahlen. Jeder Käufer soll maximal 20 Dollar erhalten. Sollten die drei Millionen Dollar nicht für alle Antragsteller ausreichen, soll die Entschädigung je Glas sinken.

Der finanzielle Verlust ist für den Ferrero-Konzern mit einem Jahresumsatz von zuletzt 7,2 Milliarden Euro freilich überschaubar. Allerdings ist die Niederlage von Ferrero nicht nur eine finanzielle. Der Konzern hat sich zudem bereit erklärt, seine Werbeaussagen zu Nutella zu ändern und die Ernährungshinweise auf den Gläsern prominenter zu platzieren. Wie auf der eigens für die Nutella-Klage erstellten Website zu lesen ist, müssen auch die TV-Spots für Nutella und die Nutella-Website geändert werden. mas
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