"Intransparent und unflexibel": OWM kritisiert neue Vergütungsmodelle der TV-Vermarkter

Montag, 28. Januar 2008
OWM-Vorsitzender Uwe Becker spart nicht mit Kritik
OWM-Vorsitzender Uwe Becker spart nicht mit Kritik

Die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) meldet sich in der aktuellen Diskussion um das Media-Geschäft zu Wort und warnt vor langfristigen Imageschäden. OWM-Vorsitzender Uwe Becker nimmt die Marktpartner in die Pflicht. "In einem Marktsystem, in dem das Kartellamt enorme Strafen verhängt und gleich mehrere Staatsanwaltschaften aktiv geworden sind, muss doch etwas passieren", fordert Becker, der auch Mediachef bei Unilever ist. Nach den Ereignissen der letzten Monate fordere man eine grundlegende Reform des Werbemarktes. "Wir alle haben eine Verantwortung für das Image der Mediabranche und müssen sie auch wahrnehmen", so Becker weiter.

Uwe Becker: Unsere Mitgliedsunternehmen, die wir befragt haben, halten die Modelle für intransparent, unflexibel und viel zu komplex.“
Fürchtet staatliche Regelung: Joachim Schütz
Fürchtet staatliche Regelung: Joachim Schütz
Die neuen Vergütungsmodelle der TV-Vermarkter, die als Reaktion auf die Untersuchungen des Kartellamts entwickelt wurden, stößen bei den Werbungtreibenden auf Ablehnung: "Es werden weiterhin Rabatte und Freispots an Agenturen gewährt, in einem der Modelle wird sogar eine zusätzliche Agenturvergütung gezahlt. Unsere Mitgliedsunternehmen, die wir befragt haben, halten die Modelle für intransparent, unflexibel und viel zu komplex. Den Unternehmen fehlt eine klare Leistungsabsicherung."

Die OWM ruft Agenturen und Medien dazu auf, in einem konstruktiven Dialog mit den Werbungtreibenden ein transparentes Mediasystem zu erarbeiten. 2008 sei das Jahr des Umbruchs, so Becker. OWM-Geschäftsführer Joachim Schütz warnt vor einem Versäumnis: "Wenn die Marktpartner sich nicht auf eine grundlegende Reform des bestehenden Systems einigen, besteht die Gefahr, dass die Branche wie in Frankreich staatlich geregelt wird. Das kann doch keiner wollen."
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