Interview: Motorola erhöht Werbespendings in Deutschland

Freitag, 16. September 2005

Der US-amerikanische Handyhersteller Motorola will seine Werbeausgaben in Deutschland kräftig erhöhen. "Wir werden die Spendings in Deutschland im kommenden Jahr um etwa 10 Prozent anheben", kündigt Melissa Gardner, Marketingchefin von Motorola Europe, im Interview mit HORIZONT.NET an. Der weltweit zweitgrößte Anbieter nach Nokia hat seinen Etat bereits in den vergangenen zwei Jahren hierzulande mehr als verdreifacht. Der im Vergleich zu früheren Jahren hohe Werbedruck, den Motorola derzeit mit TV-Spots und Presentings ("Desperate Housewives") etwa für das flache Handy "Razr V3" aufgebaut, wird den klassischen Mediaetat in diesem Jahr auf etwa 20 Millionen Euro treiben. Im vergangenen Jahr hatte Motorola nur knapp 12 Millionen Euro in klassische Werbung investiert. Der Gesamt-Etat, der auch sämtliche Below-the-Line-Aktivitäten einbezieht, werde sich in Deutschland 2005 bei etwa 80 Millionen Euro einpendeln, so Gardner.

Ziel von Motorola ist es, den Marktanteil hierzulande auf etwa 25 Prozent zu steigern. Derzeit kommt Motorola eigenen Angaben zufolge auf einen zweistelligen Marktanteil, Anfang 2004 kam die US-Marke lediglich auf etwa 4 Prozent.

Rückenwind verspricht sich Gardner vor allem von dem am Donnerstag dieser Woche in London offiziell gelaunchten Musikhandy "Rokr". Das gemeinsam mit Apple entwickelte weltweit erste Handy mit der I-Pod-Software I-Tunes, das nun weltweit mit einer von BBDO New York entwickelten Kampagne eingeführt wird, soll ab Ende September in Deutschland für 389 Euro (ohne Vertrag) im Einzelhandel verfügbar sein. Günstiger wird das Handy, wenn auch die Netzbetreiber das Musikhandy in ihr Angebot integrieren und wie üblich bei Abschluss eines Vertrags subventionieren. Laut Gardner laufen derzeit Gespräche, die "in den kommenden Wochen" abgeschlossen werden sollen.

Obwohl nicht weniger als 14 Musikstars - darunter Promis wie Madonna, Iggy Pop, Alanis Morissette und Little Richards - für die TV-Kampagne engagiert wurden, hat sich Motorola laut Gardner dabei finanziell nicht überhoben. Gerüchte, denen zufolge allein Madonna für ihren Auftritt 8 Millionen Dollar bekommen haben soll, bezeichnet sie als "völlig übertrieben". "Unsere Werbepartner profitieren schließlich selbst davon", so Gardner. So sei etwa der Titelsong des Spots die erste Single-Auskoppelung der neuen CD, die Madonna in Kürze auf den Markt bringen will. mas

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