Inselzoff wird zum Werbefall: China schaltet in US-Tageszeitungen Anzeigen

Dienstag, 02. Oktober 2012
China erklärt in Anzeigen seinen Anspruch auf die Inselgruppe
China erklärt in Anzeigen seinen Anspruch auf die Inselgruppe

Das hat schon etwas skurriles. Ausgerechnet die freie westliche Presse nutzt China, um PR in eigener Sache zu machen. In den beiden Tageszeitungen "Washington Post" und "New York Times" erklärte die chinesische Regierung jetzt in einer doppelseitigen Anzeige, warum die Senkaku-Inseln, auf chinesisch Diaoyu, zum chinesischen Territorium gehören. Die Aktion überrascht, war aber wohl überlegt. Die Anzeige erschien am Tag der UN-Vollversammlung in New York. Schon die Headline der Farbanzeige ist unmissverständlich: "Diaoyu Islands belong to China". Im Copytext bemüht der kommunistische Staat etwa historische Argumente, um die Zugehörigkeit der Inselgruppe zum Reich der Mitte zu begründen.

Bereits seit Wochen schon tobt der Streit mit Japan. Beide Staaten erheben Anspruch auf die unbewohnten Inseln, unter denen reiche Rohstoffvorkommen vermutet werden. Gleiches gilt auch für Taiwan. Während vor der Küste beide Länder mit militärischen Provokationen agieren, schlägt in New York die Stunde der PR-Strategen.

Laut Medienberichten lässt sich China die Offensive in den US-Medien einiges kosten. Allein das Motiv in der "New York Times" soll rund 250.000 US-Dollar gekostet haben. Die Japaner sehen in der Anzeigeoffensive hingegen einen neuerlichen Affront. Der japanische Botschafter legte Protest ein. Die Anzeige würde eine einseitige Position widerspiegeln. Das hingegen ist keine große Überraschung. mir
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