Innovationstag: TV wird zum Begleitmedium

Donnerstag, 07. Oktober 2010
G+J-Chef Bernd Buchholz
G+J-Chef Bernd Buchholz

Vielleicht mag es auf den ersten Blick nicht passen, dass Thomas Huber und nicht eine Branchengröße auf dem Innovationstag von Serviceplan den Schlusspunkt setzt. Doch auf den zweiten hat es durchaus Sinn. Der Profibersteiger und der ältere Part der beiden "Huber Buam" steht für das, was der Branche bevorsteht: Berge bezwingen, Herausforderungen annehmen und neue Ziele setzen. Dabei ist das Adidas- und Milchschnitte-Testimonial vor allem eines: Authentisch. Er lebt nach seinen Regeln und glaubt an seine Fähigkeiten - zu jeder Zeit. Und damit steht er nicht allein. Bernd Buchholz ließ keinen Zweifel daran, dass er von der Zukunft gedruckter Information überzeugt ist. „Print lebt, auch in der Zukunft und das wird noch viele Jahre so sein“, sagte der Vorstandsvorsitzende von Gruner + Jahr. Dass dafür allerdings Verlage ihre Hausaufgaben machen müssen, steht für ihn außer Zweifel. Den Mut zu haben, erprobte Strukturen aufzubrechen, neue Erlösquellen wie etwa mit B-to-B-Informationsangeboten zu erschließen, sind dabei nur die eine Seite der Medaille. Die andere heißt, dem Leser konsequenz Informationen qualitative hochwertige und relevante Inhalte zu liefern. Dass diese Funktion eines Tages Blogger übernehmen könnten sieht er nicht. „Wir brauchen Journalismus in der Zeit von Twitter und Facebook“, erklärt er.

Gleichwohl wird sich die Welt weiter verändern. "Die Medienwelt explodiert derzeit in ihrer Vielfalt", erklärt Matthias Ehrlich. Und davon profitiert für den Vorstand von United Internet Media vor allem die digitale Welt. „Classic goes Online“ ist seine These angesichts immer individuellerer und gleichzeitiger Nutzung verschiedener Medien. Haben die Online-Medien jahrelang von den klassischen Medien lernen können, sei es jetzt umgekehrt. Dabei geht es ihm nicht um die Frage, Internet versus TV. Ihm geht es um TV und Online. Die Verschmelzung beider Kanäle komme ohnehin. Schon jetzt würden 15 Prozent der Deutschen ein internetfähiges TV-Gerät haben wollen. Bis 2015, so seine Prognose, werden in deutschen Wohnzimmern 25 Millionen Hybrid-Fernsehgeräte stehen. Die Folge: „TV wird vom Leit- zum Begleit- und Hintergrundmedium werden“, erklärt der UIM-Chef.

Was Fernsehleute schmerzen dürfte, muss aber nicht zwangsläufig den Abstieg in die zweite Liga der Informationskanäle bedeuten. „Content“, so Ehrlich, „bleibt weiter King“. Die Bergtour kann beginnen. mir
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