Infront vermarktet die Vierschanzentournee

Mittwoch, 06. Januar 2010
Infront-Chef Philippe Blatter kann sich über das Premiumrecht freuen
Infront-Chef Philippe Blatter kann sich über das Premiumrecht freuen

Nach fast zwanzig Jahren muss IMG das Vermarktungsmandat für die prestigeträchtige Vierschanzentournee abgeben - der Veranstalter setzt künftig auf die Dienste des Wintersportspezialisten Infront. Nach 18 Jahren mit IMG erhielten die Schweizer überraschend den Zuschlag vom Deutschen Skiverband (DSV) und dem Österreichischen Pendant, ÖSV. Infront soll Medienberichten zufolge das höchste Gebot abgegeben haben. Der neue Kontrakt hat eine Laufzeit von vier Jahren und soll den vier Tourneeorten Oberstdorf, Garmisch-Partenkirchen, Innsbruck und Bischofshofen jeweils eine Million Euro sichern - also in etwa das gleich wie bisher. "Finanziell ist der Vertrag eine solide Fortsetzung des bisherigen. Die genauen Summen hängen von Ergebnissen und TV-Quoten ab", sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann dem Sportinformationsdienst.

Die Quoten hatten sich in den letzten Jahren nahezu halbiert. Die am heutigen Mittwoch zuende gehende Vierschanzentournee verfolgten bislang im Schnitt weniger als fünf Millionen Zuschauer - in den Spitzenjahren lagen die Quoten im zweistelligen Millionenbereich. Entsprechend hatte IMG dem Vernehmen nach zuletzt Probleme, die Garantiesumme zu erlösen.

Branchenexperten vermuten, dass Infront einen strategischen Preis bezahlt hat, um sich das Premiumprodukt im Skispringen zu sichern. Dabei ist der Vermarkter nicht gerade dafür bekannt, zu hoch zu pokern. Noch im November sagte Infront-Chef Philippe Blatter im HORIZONT-Interview: "Wir kaufen nur Rechte, von deren Finanzierbarkeit wir überzeugt sind." mh
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