Image-Reparatur: Lidl schickt Mitarbeiter vor

Freitag, 25. April 2008
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Die Discounter-Kette Lidl müht sich weiter, verloren gegangenes Vertrauen bei seinen Kunden zurückzugewinnen. Jetzt schickt das Neckarsulmer Unternehmen in Anzeigen sogar die Opfer der Überwachungsaffäre in seinen Filialen in die PR-Offensive. "Wir vertrauen Lidl, vertrauen Sie uns", fordern Mitarbeiter des Discounters in ganzseitigen Anzeigen, die unter unter anderem in "Bild" erschienen sind.

  Besonders pikant: In den Anzeigen lässt der Konzern seine Angestellten auch die Harmlosigkeit der Überwachung per Kamera betonen.
Die Anzeige wird unter anderem in "Bild" geschaltet
Die Anzeige wird unter anderem in "Bild" geschaltet
So wird eine Mitarbeiterin ("Konstanze Schöps, 37") mit den Worten zitiert: "Ich wurde in den Berichten der Detektei erwähnt - das hatte jedoch keinerlei Folgen. Eine andere Angestellte betont: "Die Geschäftsführung war in persönlichen Gesprächen mit uns sehr persönlich und fair".

Ungenau wird die Anzeige allerdings hinsichtlich der kritischen Frage, ob bei Lidl künftig weiter mit Überwachungskameras gearbeitet wird. "Alle Kameras wurden zunächst abgebaut", lautet die Headline eines Interviews mit dem neuen Lidl-Datenschutzbeauftrag Joachim Jacob, das ebenfalls auf der Anzeigenseite zu finden ist. Unter Hinweis auf hohe Inventurverluste sagt Jacob dort: "Im Einzelhandel ist es daher wohl nicht möglich, völlig ohne Kameras zu arbeiten". Weiter unten verspricht Lidl seinen Kunden in einer "Fair-Garantie" allerdings: "Alle Kameras wurden abgebaut".
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