Hypovereinsbank schaltet Kampagnenwebsite mit Uli Hoeneß ab

Montag, 22. April 2013
Hoeneß war als Anlageexperte auf der mitterlweile abgeschalteten Homepage hvb-experten.de zu sehen
Hoeneß war als Anlageexperte auf der mitterlweile abgeschalteten Homepage hvb-experten.de zu sehen


Dass der FC Bayern München nicht nur sportlich erfolgreich ist, sondern auch in punkto Wirtschaftlichkeit stets als Vorbild galt, liegt vor allem an einem Mann: Uli Hoeneß. Umso überraschender die Nachricht, dass ausgerechnet der langjährige Manager und derzeitige Präsident des Clubs ein Steuersünder sein soll. Geradezu zynisch wirkt da eine Kampagne der Hypovereinsbank aus dem vergangenen Jahr: Für das Münchner Kreditinstitut fungierte Hoeneß als Experte für Investment und Geldanlage. Die dazugehörige Homepage wurde mittlerweile abgeschaltet.
Im vergangenen Jahr warb die Hypovereinsbank auf Anzeigen mit Hoeneß
Im vergangenen Jahr warb die Hypovereinsbank auf Anzeigen mit Hoeneß
An der Seite von ARD-Börsenexperte Frank Lehmann und Kornelius Purps von der HVB-Muttergesellschaft Unicredit gab Hoeneß eine Einschätzung zu verschiedenen Investment-Themen ab, etwa Gold als Geldanlage oder Altersvorsorge. Dabei gab sich der Fußball-Manager, der nun im Verdacht der Steuerhinterziehung steht, als besonnener Wirtschafter, der ganz auf Sicherheit und Vertrauen setzt. Zu sehen war das Ganze auf der Homepage hvb-experten.de, die das vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen geradezu zynisch erscheinende Motto "Wie sicher ist sicher? Wo sich Geld jetzt wohlfühlt" trug.

Die Vergangenheitsform ist in diesem Falle korrekt. Denn bis heute morgen war die Seite mit allen Videos noch abrufbar. Auch jetzt listet eine Google-Suche die Homepage nach wie vor in den Ergebnissen. Wer versucht, die Seite zu öffnen, landet nun aber auf der Startseite des Privatkundenportals der Hypovereinsbank. Bei der Hypovereinsbank weist man auf Nachfrage darauf hin, dass es sich bei den Hoeneß-Videos um eine längst beendete Kampagne aus dem vergangenen Jahr gehandelt habe. Das erklärt allerdings nicht, warum die Homepage-Adresse am Wochenende noch abrufbar war und plötzlich auf eine andere Seite führt.

Auf Hoeneß, der in der Vergangenheit auch für die Deutsche Telekom, Bwin und McDonald's warb, dürften nun schwere Zeiten zukommen. Zumal sein Fall natürlich äußerst aufmerksam von den Medien gecovert wird. Offenbar zu aufmerksam: "Gegen die Exzesse in einigen Berichterstattungen werde ich mich anwaltschaftlich zur Wehr setzen", sagte Hoeneß zum "Münchner Merkur". Besonders eine Zeitung aus der bayerischen Landeshauptstadt will er dabei im Auge haben. Hoeneß: "Für die wird das richtig teuer." ire
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