Hoeneß-Steueraffäre: Jetzt redet Adidas

Dienstag, 23. April 2013
So hat die "SZ" Adidas mit in die Diskussion um Hoeneß eingebracht (Foto: Screenshot)
So hat die "SZ" Adidas mit in die Diskussion um Hoeneß eingebracht (Foto: Screenshot)

Der Fall Uli Hoeneß ist in aller Munde. Neu befeuert wurde die Diskussion über die Steueraffäre um den Präsidenten des FC Bayern München gestern durch einen Artikel von "Süddeutsche.de", mit dem der Titel Bayern-Ausrüster Adidas ordentlich unter Druck bringt. Nun will der Sportartikelkonzern offenbar einem möglichen Imageschaden vorbeugen. In einem Statement, das HORIZONT.NET vorliegt, dementieren die Herzogenauracher jegliche Zusammenhänge. Laut dem Artikel der Autoren Hans Leyendecker und Klaus Ott soll Hoeneß vom damaligen Adidas-Chef Louis-Dreyfus im Jahr 2000 auf einem Konto der Schweizer Bankgruppe Vontobel 5 Millionen Mark für Börsenspekulationen überwiesen bekommen, für einen 15 Millionen Mark schweren Kredit gebürgt haben. Nach ein oder zwei Jahren soll der Bayern-Manager die fünf Millionen Mark sowie den Kredit zurückgezahlt haben, heißt es in dem Bericht weiter. Das Pikante daran: Nach Angaben der Leyendeckers, der über seine Veröffentlichung am gestrigen Abend auch im ARD-Talk "Hart aber fair" mit Moderator Frank Plasberg unter dem Titel "Ausgerechnet Hoeneß - wem kann man jetzt noch trauen?" (dazu: "FAZ"-Kritik") berichtete, seien diese Geschäfte zwischen Hoeneß und Louis-Dreyfus genau in jener Zeit abgeschlossen worden, als der FC Bayern mit Adidas über dessen Einstieg in die künftige Aktiengesellschaft des Fußballclubs verhandelt habe.

Auch wenn die "SZ" selbst in ihrem Artikel schreibt, dass für einen Zusammenhang zwischen dem privaten Geschäft von Hoeneß mit Louis-Dreyfuß und den Geschäften zwischen dem Sportartikelkonzern und dem FC Bayern "keinen Hinweis" gäbe - Adidas fühlt sich veranlasst, sich zu dem Fall zu äußern. Wie Adidas nun klarstellt, war Louis-Dreyfus "nicht in die Verhandlungen über eine strategische Partnerschaft mit dem FC Bayern München involviert." Robert Louis-Dreyfus sei bis zum 8. März 2001 Vorstandsvorsitzender der Adidas AG gewesen, so der Konzern weiter. "Bereits zum 1. Januar 2000 hatte Robert Louis-Dreyfus das operative Geschäft der Adidas AG an Herbert Hainer als stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden und Chief Operating Officer übertragen. Mit Wirkung zum 8. März 2001 wurde Herbert Hainer dann Vorstandsvorsitzender der Adidas AG. Die strategische Partnerschaft der Adidas AG mit dem FC Bayern München wurde am 18. September 2001 bekanntgegeben. Die Kapitalgesellschaft Bayern München AG wurde am 14. Februar 2002 gegründet." Etwaige private Geschäfte zwischen Louis-Dreyfus und Hoeneß könne der Konzern nicht kommentieren. Auch zu dem angesprochenen Geldfluss äußert sich Adidas nicht.

Laut Hoeneß, so die "SZ" hätten damals auch andere Unternehmen an dem Einstieg beim Rekordmeister Interesse gezeigt - darunter auch Adidas-Konkurrent Nike. Der Bayern-Präsident habe aber der Marke mit den drei Streifen den Vorzug gegeben, weil er "mit einem deutschen Unternehmen" zusammenarbeiten wolle. jm
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