Hilfe nur im "Like"-Fall: Charity-Kampagne von Kia stößt auf Kritik

Dienstag, 06. November 2012
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Zum Fingerschnippen sind eine ganze Menge Stars zusammengekommen, mithin internationale A-Promis: Brad Pitt etwa, George Clooney, P. Didi, Justin Timberlake und Bob Geldorf. Sie schnippen gegen den Hunger im Südsudan - und zugleich für Kia. Und damit haben viele Facebook-Nutzer ein Problem: Denn nur ein Klick auf den Like-Button auf der Seite des Autoherstellers verhilft Menschen zu einer Essensration. In der Social-Media-Kampagne "Endpoverty" verspricht Kia in Zusammenarbeit mit der Hilfsorganisation World Vision Hilfe für Familien in dem vom Sezessionskrieg gebeutelten Südsudan. "1 Like = 1 Day Food for 1 Family" lautet die Botschaft. Diese Aktion erntet heftige Kritik zahlreicher Facebook-Nutzer, denn sie geraten in Gewissensnöte: Wer sich der Fan-Sammelaktion verweigert, enthält hungernden Menschen Nahrung vor. "You disgust me, fishing for likes on the basis of donating 1 day's nutrition for a family per click", heißt es in einem Kommentar. "Either donate or don't, the emotional blackmail of ‘if you don't click it will be one less family who will benefit' is sickening."

4000 Likes kamen Medienberichten zufolge Ende Oktober zusammen. Und dabei ist es nach Auskunft von Kia Deutschland geblieben: 3957 Klicks verzeichnet die internationale Seite. Die Prominenten, ob Schauspieler, Musiker oder Model, haben offenbar keinen Anlass, an der Liason zwischen Elend und Kommerz zu zweifeln. Auch nicht der über Zweifel erhabene Sänger Bono. Der Ire kämpft seit Jahren gegen Aids in Afrika und für einen Schuldenerlass für Dritte-Welt-Länder. Armut sei der Grund dafür, dass alle drei Sekunden ein Kind sterbe, sagt der Schauspieler Liam Neeson in dem Viralspot der Charity-Kampagne. Die Promis bringen dieses Sterben mit ihrem Fingerschippchen zum Ausdruck. Diese Menschen müssten nicht sterben, sagt Neesen am Ende des 50-Sekünders. Wenn sie denn etwas zu Essen bekämen. fo
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