Hellebarden und Musketen: Rembrandts Nachtwache räumt im Shopping-Center auf

Freitag, 05. April 2013
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Kultursponsoring ist einerseits eine sehr respektable, doch andererseits eine sehr langfristig angelegte Form des Marketing. Banken schmücken sich meist gerne mit dieser besonders von zahlungskräftigeren Kunden gerne gesehenen Form des Mäzenatentums. Doch reichweitenstarke Auftritte lassen sich aus diesen Projekten meist nicht entwickeln. Eine seltene Ausnahme gelang der niederländischen Bank ING Direct, die ihre Kunstförderung für das Rjiksmuseum Amsterdam anlässlich der Rückführung von Rembrandts Meisterwerk "Die Nachtwache" zu einem ganz besonderen Fall von Ladendiebstahl nutzte. Der Flashmob "Unsere Helden sind zurück" fand allerdings nicht in Amsterdam statt, wo sich das Museum befindet, sondern in einem Einkaufszentrum in der Stadt Breda. Mit der Aktion wollte ING Direct als Hauptsponsor auf die Wiedereröffnung des Museums aufmerksam machen, das nach einer zehnjährigen Renovierung ab 13. April wieder seine Pforten öffnet.

Der Flashmob erlaubte sich allerdings eine großzügige Neuinterpretation der Vorgänge auf dem wohl bekanntesten Bild von Rembrandt Harmenszoon van Rijn. Die auf dem 1642 angefertigten Gemälde mit dem Originaltitel "Die Kompanie des Frans Banning Cocq" zu sehenden Schützen sind mitnichten Polizisten, sondern Kämpfer für die Freiheit der damals von Spanien kontrollierten Niederlande. Doch politische Kämpfe lassen sich in einen Einkaufszentrum nun einmal schlecht erzählen. Und so musste ein Dieb dafür herhalten, um die Nachtwache bei der Arbeit zu zeigen. cam
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