Heißes Eisen: Google nutzt französische Debatte um Homo-Ehe als Werbethema

Freitag, 31. Mai 2013

Es ist das derzeit wohl heikelste Thema, das die französische Politik aktuell zu bieten hat. Die Legalisierung von gleichgeschlechtlichen Ehen wird in Frankreich von den Kritikern mit Großdemonstrationen bekämpft, die nicht selten in gewalttätigen Zusammenstößen mit der Polizei enden. Google hat bei dem heißumstrittenen Thema schon früh Stellung bezogen und zusammen mit der gemeinnützigen Organisation "Tous Unis Pour L'egalité" die erste virtuelle Schwulenhochzeit der Geschichte organisiert. Die von Ogilvy Paris entwickelte Idee nutzte dazu das zentrale Feature der Community Google+. Über einen Google Hangout, eine digitale Videokonferenz mit bis zu zehn Teilnehmern, waren die französischen Heiratswilligen mit dem Bürgermeister in belgischen Stadt Marchin verbunden, wo gleichgeschlechtliche Ehen schon zuvor legal waren.

Während große französische Konsumgütermarken in dieser politischen viel zu verlieren hätten, ist die Aktion für Google gleich in zweifacher Hinsicht maßgeschneidert. Zum einen hat das offizielle Unternehmenscredo "Don't be evil" in den vergangenen Jahren schon einige Kratzer hinnehmen müssen. Ein öffentliches Einsetzen für die Rechte Benachteiligter kann da der Marke nur guttun.

Aber wichtiger ist womöglich noch, dass die Aktion auch äußerst anschaulich verdeutlicht, wozu Google+ eigentlich genutzt werden kann. Die Social Community leidet derzeit bei vielen potenziellen Nutzern unter dem Manko, dass sie im Vergleich zu Facebook keinen klaren USP erkennen können. Zudem fehlt der Plattform auch ein emotionales Profil. Mit der Unterstützungsaktion für die gleichgeschlechtliche Ehe liefert Google+ sowohl funktionale wie auch emotionale Argumente für die eigene Community. cam
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