Happy-Digits-Betreiber CAP droht die Abwicklung

Donnerstag, 19. Februar 2009
Bei Karstadt ist bald Schluss für Happy Digits
Bei Karstadt ist bald Schluss für Happy Digits

Das mögliche Aus für das Bonusprogramm Happy Digits könnte auch das Ende für den Betreiber Customer Advantage Program (CAP) bedeuten. Nach HORIZONT-Informationen erwägt der neue Alleininhaber Karstadt die Abwicklung des Kölner CRM-Dienstleisters zum Jahresende. Ein Indiz dafür ist: Die rund 100 Mitarbeiter von CAP haben offenbar das Angebot, zum früheren Mitgesellschafter Deutsche Telekom zu wechseln. Zudem dürften ab 2010 Lizenzgebühren an die Telekom fällig werden. Von ihr hatte Karstadt Mitte Januar deren 51-Prozent-Anteil an CAP erworben und kurz darauf eine neue Geschäftsführung eingesetzt. Diese verhandelt derzeit mit den verbliebenen Happy-Digits-Partner wie Kaiser's Tengelmann, Sixt und Runners Point über die Zukunft des Bonusprogramms. Unternehmen wie Quelle und Neckermann.de haben bereits gekündigt beziehungsweise prüfen den Ausstieg.

Dem Vernehmen nach sollen die Rest-Partner dazu gebracht werden, freiwillig bei Happy Digits auszusteigen und keine Abfindungszahlungen für Restlaufzeiten zu fordern. Sollte dies gelingen, dürfte im Falle der Auflösung der Betreiberfirma eine beachtliche Summe in die Liquidität von Karstadt übergehen. Insider schätzen den Wert des von CAP verwalteten Punktevolumens auf rund 80 Millionen Euro.

Karstadt hält sich zum gesamten Thema bedeckt: "Wir sind zur Zeit in der Prüfung, wie wir das Geschäftsmodell der CAP transformieren beziehungsweise künftig weiterentwickeln - auch und insbesondere unter Einbindung der Partner der CAP. Da diese Prüfung noch nicht abgeschlossen ist, können wir im Detail keine Auskunft geben", erklärt ein Unternehmenssprecher. Wie hoch die Summe am Ende ausfallen wird, die sich Karstadt womöglich gutschreiben kann, hängt nicht zuletzt davon ab, wie viele Digits-Punkte die Kartenbesitzer noch einlösen.

Bei Karstadt besteht dazu noch bis zum 31. August Gelegenheit. Neue Digits können dort dagegen nur noch bis Anfang März gesammelt werden. Dann startet das Unternehmen seine eigene Kundenkarte. Mit der Karstadt-Goldkarte können allerdings keine Bonuspunkte mehr gesammelt werden. Stattdessen erhalten die Inhaber bei Vorlage der Karte im Rahmen sogenanter "Goldwochen" direkt beim Einkauf einen Rabatt von 10 Prozent. Die erste dieser Aktionen findet vom 1. bis 21. März statt. Die neue Karte wird komplett ohne CAP realisiert. Verantwortlicher Dienstleister ist GHP in Bamberg, eine Tochter von Swiss Post. mam
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